GUTEN MORGEN

Nicht mal Schaumschlagen|Höchstens Stiefschwester

Nicht mal Schaumschlagen. Was für ein Echo! „Was uns bei blauer Kanzlerschaft blüht“ – dieser Kommentar, gestern in der „Kronen Zeitung“, auf krone.at und hier im Newsletter rief eine Rekordzahl an Online-Postings hervor. Im Kommentar war es um den üblen Zustand der Koalitionsparteien gegangen, die sich wie etwa bei der Wehrpflichtverlängerung und dem Paket Dürrehilfe/Klimagesetz nur noch mit letzter Kraft zu Kompromissen schleppen können. So treibe die aktuelle Regierung Österreich in Richtung blauer Kanzlerschaft, hatte ich gemeint und gefragt, ob uns dann ein Raus aus dem Klimaschutz, aus Schengen und dem Euro blühe, wie es die Chefin der deutschen Schwesterpartei AfD gerade in Wien verkündet hat. Was die FPÖ, die sich zwar teilweise von diesen Aussagen distanziert, wirklich vorhat, das würden wir wohl bald erleben, hatte ich gemeint. Das entfachte eine äußerst breite Debatte unter den krone.at-Usern. Exemplarisch eine Mini-Diskussion unter drei Lesern. Einer schreibt: „Kickl wird der nächste Kanzler, das ist fix“. Darauf repliziert ein weiterer: „Fix is nix, er ist ein Schaumschläger genau wie sein Idol Trump!“ Worauf ein dritter User schreibt: „Stocker, Babler und die Beate können nicht mal Schaumschlagen.“ Tja, was kann man da noch hinzufügen?

Höchstens Stiefschwester. Mit dem Auftritt von AfD-Chefin Alice Weidel beschäftigt sich heute auch Andreas Mölzer in einem Kommentar in der „Krone“. Das blaue Urgestein meint, man möge es „ja erfreulich finden, dass da einmal nicht die ,Piefkes´ den ,Ösis´ zeigen, wo’s langgeht, sondern umgekehrt selbst Rat im kleinen Österreich suchen.“ Doch könnte das „für die einigermaßen zielstrebig auf Regierungsverantwortung zustrebende FPÖ auch ein zweischneidiges Schwert sein“, befürchtet Mölzer. Denn die Titulierung der AfD als „Schwesterpartei“ impliziere im landläufigen Verständnis auch weitgehende Übereinstimmung bei den politischen Zielen. Da habe Weidel in ihrem Wiener Interview mit der Forderung nach einem Austritt aus dem Euro- wie auch aus dem Schengenraum faktisch den „Dexit“ – und damit wohl das faktische Ende der europäischen Integration – in den Raum gestellt. Mölzer dazu: „Genau das hat die FPÖ weder programmatisch noch in ihrer realen Politik jemals angestrebt.“ In Wahrheit sei die deutsche Partei in vielen Punkten höchstens eine „Stiefschwester“ der hiesigen Blauen. Man fragt sich ja wirklich, ob FPÖ und AfD einander befruchten – oder doch eher schaden.

Kommen Sie gut durch den Mittwoch!

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