Vorwürfe und Tränen

Ex-Weltmeisterin: „Dann wäre ich heute gelähmt!“

Wintersport
07.08.2026 11:17
Porträt von krone Sport
Von krone Sport

Schwere Vorwürfe gegen das US-amerikanische Olympische und Paralympische Komitee (USOPC), sowie den Bob-Verband USA Bobsled. Die ehemalige Leichtathletin- und Bob-Weltmeisterin Lolo Jones behauptet, dass sie ohne ausreichende medizinische Versorgung im Wettkampf eingesetzt worden ist. Sogar eine dauerhafte Lähmung sei in Kauf genommen worden. An ihrem Geburtstag teilte sie ein tränenreiches Video! 

„Heute ist mein Geburtstag. Vor einem Jahr hätte ich mir nie vorstellen können, dass ich einmal einfach nur das Leben feiern würde“, schreibt Jones zu einem Video auf Instagram, in dem die US-Amerikanerin völlig in Tränen aufgelöst ist. 

Schließlich verwies Jones auf einen Bericht des Magazins „Zielhaus“. Demzufolge verletzte sich die 44-Jährige wenige Tage vor der Bob-WM 2025 schwer am Rücken. Trotzdem setzte Jones die Vorbereitung fort, während sie unter starken Schmerzen im unteren Rücken, Taubheitsgefühle, Instabilität in den Beinen und Verlust der Kontrolle über ihre Blase gelitten hatte. 

„Nachdem ich mich verletzt hatte, wurde mir eine angemessene medizinische Versorgung verweigert und ich wurde trotz meiner überragenden Ergebnisse aus dem Team ausgeschlossen. Was dann folgte, wurde zum dunkelsten Jahr meines Lebens“, erklärt die US-Amerikanerin auf Instagram. 

Nach der WM der Schrecken
Ein Massagetermin im olympischen Trainingszentrum sei abgesagt worden. „Ich habe nicht einmal eine Röntgenaufnahme oder ein MRT bekommen. Ich wusste nicht einmal, dass meine Wirbelsäule schwer verletzt war“, klagt Jones, die schließlich an der WM teilgenommen hatte. Erst im Anschluss sei die Schwere ihrer Verletzung bekannt geworden: Sie hatte einen Bandscheibenvorfall, eine Bandscheibenvorwölbung sowie Risse an drei Lendenwirbeln. Zudem trat Rückenmarksflüssigkeit aus.

Lolo Jones
Lolo Jones(Bild: AP/Rick Bowmer)

„Wenn meine Pilotin gegen eine Wand gefahren wäre, wäre ich heute gelähmt. Das USOPC und USA Bobsled haben mich einem enormen Risiko ausgesetzt“, so die schweren Vorwürfe von Jones. Später wurde sie vom Trainingszentrum ausgeschlossen, und Behandlungen sowie weiteres Training musste sie selbst bezahlen. 

Für Jones nach eigenen Aussagen eine Horrorzeit: „Monatelang kämpfte ich still gegen Selbstmordgedanken. Irgendwann hatte einer meiner Teamkollegen solche Angst um meine Sicherheit, dass er die Polizei rief, nur um sicherzugehen, dass ich noch am Leben war.“ Und weiter: „Wenn mich also Leute fragen, ob ich an meinem Geburtstag glücklich bin, lautet meine Antwort: Ich bin einfach dankbar, dass das, was mir USA Bobsled angetan hat, mich nicht so sehr gebrochen hat, dass ich mir das Leben genommen hätte.“ 

Lolo Jones hat als Profisportlerin dreimal an Olympischen Spielen teilgenommen. Zweimal als Hürdenläuferin bei den Sommerspielen, einmal im Bobsport an Winterspielen. Zudem wurde sie zweimal Hallenweltmeisterin über 60 Meter Hürden und eroberte zwei Bob-Weltmeistertitel. 

Wenn Sie oder eine Ihnen nahestehende Person sich in einer psychischen Ausnahmesituation befinden oder von Suizidgedanken betroffen sind, wenden Sie sich bitte an die Telefonseelsorge unter der Telefonnummer 142. Weitere Krisentelefone und Notrufnummern finden Sie HIER.

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