Als Teamchef von Ghana schaffte es Ex-Real-Coach Carlos Queiroz als Gruppendritter in die Zwischenrunde. Am neuen XXL-Format mit 48 Teams findet der 73-Jährige aber wenig Gefallen: „Es mindert den Wert dieses Fußball-Spektakels. Wenn sich so viele Teams qualifizieren können, ist es dann noch etwas Besonderes?“
Mit vier Punkten in der starken Gruppe mit England, Kroatien und Panama kam Ghana als drittbester Gruppendritter mit vier Punkten und einem ausgeglichenen Torverhältnis recht sicher weiter. „Das Beste an diesem Spiel ist das, was wir aus dem Spiel gelernt haben. Wir lernen eine Menge im Hinblick auf unsere Entwicklung, unseren Fortschritt“, sagte Trainer Carlos Queiroz nach der 1:2-Niederlage gegen Kroatien. „Wir haben ein klares Bild von der Leistung einiger Spieler und wissen, was wir in den nächsten Spielen anders machen können.“ Am Freitag geht‘s im Sechzehntelfinale in Kansas City gegen Kolumbien.
Viele Teams dabei
Doch am Turniermodus will der erfahrene Coach (war Cheftrainer bei Real Madrid und „Co“ unter Sir Alex Ferguson bei Manchester United) nicht wirklich Gefallen finden. „Es ist fraglich, ob die Erweiterung auf 48 Teams die WM aufgewertet hat. Die hohe Zahl der Mannschaften, die sich für dieses Turnier qualifizieren können, kann die Weltmeisterschaft zu etwas Gewöhnlichem und Vulgärem machen – etwas hat einen besonderen Wert, wenn es selten ist“, sagt der 73-Jährige, der als Trainer seine fünfte WM bestreitet und Ghana erst im April übernommen hat.
Es ist fraglich, ob die Erweiterung auf 48 Teams die WM aufgewertet hat. Etwas hat einen besonderen Wert, wenn es selten ist – jetzt ist fast jeder dabei.
Ghana-Teamchef Carlos Queiroz
Afrika sehr stark
Dabei hat kein Kontinent mehr von der Aufstockung profitiert als Afrika – von den zehn angetretenen Teams schafften es neun auch in die Zwischenrunde. Einzig Tunesien flog ohne Punkt und mit einem Torverhältnis von -10 raus. Queiroz: „Aber selbst die Qualifikationsspiele in Europa und Afrika verlieren allmählich an Bedeutung, weil ja fast alle qualifiziert sind. Die Spannung wird aus der Qualifikation genommen.“
Format überprüfen?
Für den Trainer-Routinier müsse das Format überprüft werden: „Die WM muss so organisiert sein, dass die Qualifikation ernsthaft, hart und wettbewerbsfähig bleibt. Die Spieler haben auch in den Vereinen lange Saisonen und eine hohe Belastung – das muss berücksichtigt werden. Es sind viele kleine Details, die in Zukunft sorgfältig untersucht werden müssen.“
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.