27.02.2003 15:02 |

Trotz-Aktion

60-Jähriger gründet sein eigenes Jugoslawien

"Ich lasse es nicht zu, dass der Name und die Geschichte von 84 Jahren zerstört werden." Aus diesem Grund hat ein 60-jähriger Druckereibesitzer sein eigenes Jugoslawien ausgerufen.
Die blau-weiß-rote Flagge des früherenJugoslawien hat Blasko Gabric aus Subotica bereits am 4. Februarauf seinem Grundstück gehisst - dem Tag, an dem der neueStaatenbund ausgerufen wurde. "In Jugoslawien ist jeder willkommen",betonte Gabric. Im Übrigen werde der neue Staatenbund Serbienund Montenegro ohnehin "nicht lange" halten: "Dieses Land wirdwieder zu Jugoslawien werden", ist Gabric überzeugt.
 
Er habe bei einem Steinmetz bereits vier Grenzmarkenin Auftrag gegeben und wolle seine drei Hektar große Landflächeall denen zur Verfügung stellen, "die sich als Jugoslawenfühlen". Hunderte von Menschen haben ihm inzwischen in Briefenund Anrufen ihre Unterstützung ausgedrückt.
 
"Kugelmugel": ein Staat im Staat
Die Idee, einen eigenen Staat auszurufen, hatte Gabricaber nicht als Erster. Der österreichische KünstlerEdwin Lipburger landete wegen Amtsanmaßung im Gefängnis,nachdem er Anfang der 70er Jahre seine 64 Quadratmeter großeRepublik "Kugelmugel" im niederösterreichischen Katzelsdorfausgerufen hatte. Dieser Staat besteht aus einem kugelförmigenGebäude, das sich als autonomer Planet versteht.
 
Ladonia: Schwedischer Touristen-Magnet
Auch der schwedische Künstler Lars Vilks erfandeinen ganzen Staat: Ladonia. Nach langen und harten Kämpfenhat er geschafft, seinen Staat auf einem 1 km² großenLandstreifen auszurufen. Ladonia ist allerdings gänzlichunbewohnt, wird aber von etwa 30.000 Touristen pro Jahr besucht.Auf www.ladonia.net kann man den Staat besuchen, gegen Erlag von12 US-Dollar kann man auch - zusätzlich zur Gratis-Staatsbürgerschaft- einen beliebigen Titel (lord/lady, baron/countess, etc.) käuflicherwerben. Ladonia hat momentan etwa 6000 Staatsbürger.
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