Nach nur zwei Auflagen 2018 (Silber für Österreich) und 2022 (Gold) ist der alpine gemischte Teambewerb bei Olympischen Spielen wieder Geschichte. Geht der Trend in vielen Sportarten in Richtung zumindest einer Mixed-Entscheidung, so ist im Skirennsport das Gegenteil der Fall. Mit den Wettkampforten Bormio für Männer und Cortina für Frauen wäre es 2026 logistisch auch schwierig gewesen. Gefahren wird wie schon bei der Saalbach-WM eine geschlechtergetrennte Team-Kombination.
Eine Athletin bestreitet die Abfahrt, die andere den Slalom. Es ist davon auszugehen, dass die beste Speedläuferin im Spezialrennen gemeinsam mit Österreichs bester Slalomläuferin, Katharina Truppe, ein Team bilden wird. Die Kärntnerin gewann vor einem Jahr in Saalbach-Hinterglemm mit der mittlerweile zurückgetretenen Super-G-Weltmeisterin Stephanie Venier die Bronzemedaille.
„Teambewerbe haben etwas ganz Besonderes. Du musst zusammenhalten, Egoismus bringt nicht viel, weil du für mehrere Leute am Start und verantwortlich bist“, sagte Truppe. Sie werde also nicht „sinnlos komplett irgendwo riskieren“. Den Spannungsbogen für die Zuschauer sieht sie jedenfalls gegeben und ihren eigenen auch. Denn die Medaillenentscheidung am Dienstag geht acht Tage vor ihrem eigentlichen Highlight, dem Spezialslalom, in Szene.
Viel Adrenalin bei Rennen vor dem Rennen
„Ich weiß gar nicht, ob das so gut ist. In Saalbach war so viel Adrenalin und so viel Aufregung da, weil ich gewusst habe, ich fahre nicht für mich alleine, das war dann schon einmal ein bisschen eine andere Liga“, erinnerte sich Truppe. Freilich ist das Rennen vor dem Rennen aber positiv zu betrachten. „Ich muss locker bleiben. Ein Start vor dem richtigen Hauptbewerb für einen Einzelnen ist immer gut.“
Dass die Schauplätze der Männer und Frauen so weit voneinander entfernt sind – Luftlinie 135 km, Fahrstrecke 230 bzw. rund vier Stunden ohne Stau oder Schneefall – , findet Truppe bedauerlich. „Sonst hat man nur Stress und sieht sich fast nie. Und dann nicht einmal bei unserem Highlight, ich finde das schade. Vor vier Jahren war Corona, aber wir haben trotzdem Uno gespielt am Abend. Es war ein bisschen eine Gemeinschaft und das fällt halt alles flach, weil es einfach so zerrissen ist.“
Bevor Truppe nach Cortina reist, wo sie noch nie für ein Rennen war, trainiert sie in der Heimat und genießt die Ruhe. „Wenn du einmal in Cortina bist, dann ist richtiger Starkstrom.“
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