Ergiebige Kakaoernte

Naschkatzen atmen auf: Schokolade wird billiger

Wirtschaft
04.02.2026 09:56

Monatelang sorgten hohe Rohstoffpreise für teuren Schokoladengenuss. Dank einträglicher Kakaoernte aber sinken die Preise nun wieder. Zumindest bei Eigenmarken von Discountern und Supermärkten.

2025 war kein gutes Jahr für Naschkatzen. Kakao verteuerte sich um 16,8 Prozent, nicht nur aufgrund teurer Rohstoffpreise. Auch in der Infrastruktur hakt es. Plantagen sind vielerorts überaltert, Investitionen nach wie vor zu gering und die Produktion geografisch stark konzentriert. So stellen die Elfenbeinküste und Ghana zusammen fast 60 Prozent der weltweiten Kakaoproduktion – mit Einbeziehung des übrigen Westafrikas steigt dieser Anteil auf rund 70 Prozent.

Da die Ernten in den zwei genannten Ländern nun aber deutlich höher ausgefallen sind, sind „die Exportmengen höher und Einkaufspreise entsprechend gesunken“, erklärt Finn Ole Semrau, Handelsexperte am Kiel Institut für Weltwirtschaft.

Vor zwei Jahren lag der Tagespreis für Kakao zeitweise bei deutlich mehr als 10.000 Euro pro ...
Vor zwei Jahren lag der Tagespreis für Kakao zeitweise bei deutlich mehr als 10.000 Euro pro Tonne. Grund waren Ernteausfälle, bedingt durch Wetterextreme und Pflanzenkrankheiten.(Bild: AFP/SIA KAMBOU)

Preisliches Vorkrisenniveau nicht erreicht
Ende vergangener Woche kostete eine Tonne Rohkakao knapp 3500 Euro. Damit liegt der Preis auf dem Stand vor der Krise. Dass Schokolade für Verbraucher aber wieder so billig wird wie vor der Krise, glaubt Semrau nicht. Auch, wenn viele sparen und öfter auf billigere Eigenmarken zurückgreifen – der Appetit auf Kakao ist ungebrochen. 

Auch Energie, Logistik und Verpackung teurer
Der Schokoladenhersteller Ritter Sport hat im vergangenen Jahr trotz deutlich mehr Umsatz rote Zahlen geschrieben. Denn nicht nur die Rohstoffe haben sich verteuert, die Kosten für Energie, Logistik und Verpackung sind ebenfalls gestiegen. Unternehmenschef Andreas Ronken: „Diese Kosteninflation wirkt sich verzögert und mit voller Wucht auf das Ergebnis aus“.

Ziehen Markenhersteller nach?
Nun aber können Naschkatzen geringfügig aufatmen, denn auch die Inflation hat im Jänner 2026 geringfügig nachgelassen. Ob Markenhersteller die Preissenkung an Kunden weitergeben, ist jedoch ungewiss. Die jüngsten Preissenkungen betreffen bislang Eigenmarken von Discountern und Supermärkten.

Milka-Schoko „Werbelüge des Jahres“
Um Preise nicht allzu deutlich anheben zu müssen, wurde bei Verpackungen getrickst bzw. der Inhalt gekürzt. So hat etwa der Schokoladenhersteller Mondelez den Preis für die Tafel „Milka Alpenmilch“ von 1,49 Euro auf 1,99 Euro erhöht; kurz darauf wurde der Inhalt von 100 auf 90 Gramm verringert.

„Wohlüberlegte Maßnahmen“
Das Unternehmen hatte bei der Nominierung für den Schmähpreis erklärt, das Geschäftsumfeld sei „komplexer und instabiler als je zuvor“. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, habe das Unternehmen „wohlüberlegte Maßnahmen“ ergreifen müssen.

Auch in „schokointensiven“ Saisonen wie Ostern und Weihnachten mussten Verbraucher 2025 weitaus tiefer in die Tasche greifen als in den Vorjahren.  Schokohasen wurden kleiner und bis zu 160 Prozent teurer als Tafelschokolade, auch Adventkalender und Co. wurden im Vorweihnachtszeitraum oft deutlich teurer pro Kilo als (Tafel-)Schokolade. In Deutschland kam es ebenfalls zu saisonunabhängigen Werbeschmähs und Teuerungen. „Shrinkflation“ zumindest wurde zum gängigen Begriff.

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