KZ-Befreiung 1945

Van der Bellen: „Friedliche Ordnung bewahren“

Innenpolitik
06.05.2026 08:16
Porträt von krone.at
Von krone.at

Anlässlich des Jahrestags der Befreiung des Konzentrationslagers Mauthausen (5. Mai 1945) hat Bundespräsident Alexander van der Bellen Österreichs Grund- und Freiheitsrechte betont. Es läge „an uns, diese zu bewahren“, sagte er. In Europa habe man nach 1945 Konsequenzen gezogen.

„Mit der Europäischen Menschenrechtskonvention, die in Österreich Verfassungsrang hat, und mit dem Aufbau einer gemeinsamen, friedlichen Ordnung – der Europäischen Union. Es liegt an uns, dieses zu bewahren. Den Weg des Respekts zu gehen (...)“, teilte der Bundespräsident auf Social Media mit. „Wir dürfen nicht schweigen, wir dürfen keinen Schlussstrich ziehen“, mahnte der Zweite Nationalratspräsident Peter Haubner (ÖVP) bei einer Gedenkveranstaltung am Dienstag im Parlament. „Wir können das dunkelste Kapitel unserer Geschichte nicht ungeschehen machen, aber wir können entscheiden, mit welcher Haltung wir diesem begegnen.“

Erinnerung müsse sich weiterentwickeln, neue Formen finden und eine neue Sprache sprechen, sagte Haubner weiter. Leider werde man einmal ohne die unmittelbaren Stimmen der Zeitzeuginnen und Zeitzeugen auskommen müssen. Die diesjährige Gedenkrede hielt die 1929 geborene Holocaust-Überlebende Hedi Schnabl Argent. Sie erzählte von antisemitischen Anfeindungen und Ausgrenzung in ihrer Kindheit in Wien in den 1930er-Jahren: „Es fing mit Worten an, aber bald folgten auch Taten.“ Sie beschrieb, wie sie aus ihrer Wohnung vertrieben wurde und der Vater in der Nacht immer wieder aus dem Bett geholt und gezwungen wurde, Gehsteige und öffentliche Toiletten zu reinigen.

Hier sehen Sie ein Posting von Alexander Van der Bellen zum Gedenken an die Befreiung des KZ Mauthausen:

Aber „ich habe gelernt, dass es selbst in schlimmsten Zeiten Menschen gibt, die Gutes tun“, sagte Argent. So habe etwa ein Mädchen als einzige mit ihr gespielt, obwohl sie dafür selbst von den anderen Kindern ausgegrenzt wurde oder ein Gefängniswärter habe ihren Vater in einem Kohlenkeller versteckt. „Diese Menschen haben geholfen, mich mit meinem Vaterland zu versöhnen“, sagte die Überlebende. Ihre Familie war kurz vor Kriegsbeginn nach Großbritannien geflohen, wo sie bis heute lebt.

Babler: „Gemeinsamer Widerstand gefordert“
Vizekanzler Andreas Babler (SPÖ) sagte in einer Aussendung, dass der Gedenktag „kein symbolischer Akt, sondern ein klarer Auftrag“ sei. „Wir dürfen niemals zulassen, dass Hass, Ausgrenzung und rassistische Ideologien wieder Platz greifen“. Haltung und der gemeinsame Widerstand aller Demokratinnen und Demokraten seien gefordert. Die Grünen forderten unter anderem die finanzielle Absicherung des Gedenkdiensts, ein bundesweit einheitliches Gedenkstättenkonzept und einen nationalen Aktionsplan gegen Rechtsextremismus.

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