Mehr Rechtsextremismus

Linksextremistische Taten gingen deutlich zurück

Innenpolitik
04.05.2026 13:53
Porträt von krone.at
Von krone.at

Im Vorjahr sind rechtsextreme Taten in Österreich um rund 34 Prozent angestiegen. Beim islamistischen Extremismus und Terrorismus fiel das Plus noch höher aus (42 Prozent). Lediglich beim Linksextremismus gab es mit 36 Prozent einen deutlichen Abfall, wie aus dem Verfassungsschutzbericht für 2025 hervorgeht.

Rechtsextremistinnen und Rechtsextremisten würden auf internationale Vernetzung und gezielte Radikalisierung über Social Media setzen, sagte Staatsschutz-Staatssekretär Jörg Leichtfried (SPÖ). Sie würden „neue Codes“ verwenden, um Anschlussfähigkeit an die gesellschaftliche Mitte zu erzeugen. Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) nannte als Beispiel den Begriff „Remigration“, den auch die FPÖ verwendet. Strategien seien die Verbreitung von Desinformation und Verschwörungstheorien, beispielsweise über Eliten und einen „Tiefen Staat“.

Im Vorjahr wurden österreichweit 1986 rechtsextreme Taten registriert, das ist ein Anstieg von 34 Prozent im Vergleich zu 2024. Es gebe immer wieder Schwerpunktaktionen wegen Waffenbesitz, sagte Karner. Leichtfired sieht eine reale Bedrohung für Frauen in Österreich sowie für die Demokratie, diene Misogynie doch als Einfallstor für extremistische Ideologien. 

So viele Festnahmen gab es im Vorjahr wegen Extremismus:

Das Balkendiagramm zeigt die Zahl der Tathandlungen zu Extremismus in Österreich für 2024 und 2025. Rechtsextremismus erreicht 2025 mit 1.986 Fällen den höchsten Wert, gefolgt von Islamismus mit 306 Fällen. Linksextremismus sinkt von 214 auf 136 Fälle. Internationaler Waffenhandel und Cyberangriffe nehmen ebenfalls zu. Quelle: BMI.

IS und Al-Qaida weiterhin einflussreich
Auch die Gefährdungslage durch islamistischen Extremismus sei hoch, sagte die Direktorin der Direktion Staatsschutz und Nachrichtendienst (DSN), Sylvia Mayer. 306 Taten wurden in diesem Bereich registriert. Mehr als jedes zweite Delikt (56 Prozent) ereignete sich online. Angriffsziele seien öffentliche Orte, die LGBTQIA-Community, Polizistinnen und Polizisten sowie jüdische und israelische Einrichtungen. Terrororganisationen wie der Islamische Staat oder Al-Qaida seien weiterhin einflussreich und würden Propaganda verbreiten. Man bemerke sogar ein Interesse an Ausreisen von Österreich in Gebiete wie Somalia und Pakistan, in denen der IS präsent ist, sagte Mayer.

Von links: DSN-Direktorin Sylvia Mayer, Innenminister Gerhard Karner und Staatssekretär Jörg ...
Von links: DSN-Direktorin Sylvia Mayer, Innenminister Gerhard Karner und Staatssekretär Jörg Leichtfried(Bild: APA/HELMUT FOHRINGER)
Terrororganisationen wie der IS haben auch in Österreich Einfluss.
Terrororganisationen wie der IS haben auch in Österreich Einfluss.(Bild: AP/Militant Website via AP)

Ein kleines Plus gab es auch bei den staatsschutzrelevanten Cyberangriffen. Die Aufklärungsquote lag in diesem Bereich im Vorjahr bei null Prozent. Im Linksextremismus sind die Zahlen um 36 Prozent gesunken. 136 Tathandlungen gab es in diesem Bereich. Linksextremistinnen und Linksextremisten würden vor allem durch Antisemitismus und radikalen Aktionismus auffallen, sagte Mayer. Solidarität werde etwa mit der Pro-Palästina-Bewegung bekundet. In diesem Bereich gibt es laut dem Bericht vor allem Sachbeschädigungen.

Tatverdächtige jünger
„Die Tatverdächtigen werden jünger und digitaler“, sagte Karner. „Die Bundesregierung wird daher einen Gesetzesentwurf für ein Mindestalter zur Social Media-Nutzung erarbeiten und vorlegen. Die elektronische Fußfessel ist eine moderne und zeitgemäße Möglichkeit zur Überwachung von Hochrisiko-Gefährdern, auch hier ist ein Gesetzesentwurf in Ausarbeitung“, kündigte der Minister an. Der Verfassungsschutzbericht hat mehrere Radikalisierungsnetzwerke in Österreich identifiziert, die insbesondere auf Jugendliche abzielen. Bereits 31,3 Prozent der Tatverdächtigen waren unter 18 Jahre alt. Das Durchschnittsalter von islamistischen Gefährderinnen und Gefährdern ist laut Leichtfried zwischen 2020 und 2025 von 31 auf 23 Jahre gesunken.

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