Sa, 23. Juni 2018

Welt-Aids-Konferenz

21.07.2014 08:55

Experten: Heilung auf Jahre nicht in Sicht

Ernüchternde Nachricht für rund 35 Millionen HI-Infizierte weltweit: Eine Heilung ist trotz großer Fortschritte in der Medizin auf Jahre nicht in Sicht. "Eine Heilung für mit dem HI-Virus infizierte Menschen in aller Welt? Das wird noch viele, viele Jahre dauern", sagte Aids-Experte Steven Deeks von der Universität von Kalifornien am Montag auf der Welt-Aids-Konferenz in Melbourne.

Kaum eine Woche vor Eröffnung der weltgrößten Aids-Tagung erlebten die Forscher einen herben Rückschlag: Bei dem als funktional geheilt geglaubten "Mississippi-Baby" wurde nach 27 Monaten ohne Medikamente und ohne Virennachweis plötzlich HIV im Blut festgestellt (siehe Infobox). Unabhängig davon macht die Forschung große Fortschritte, betonte die Konferenzvorsitzende Francoise Barre-Sinoussi. "Es gibt keinen Grund, nicht optimistisch zu sein", sagte sie.

Der Exekutivdirektor der UN-Organisation UNAIDS, Michel Sidibe, präsentierte eine neue Vision: "Bis 2020 sollen 90 Prozent aller HIV-Infizierten ihren Status kennen, 90 Prozent sollen Zugang zu Medikamenten haben und bei 90 Prozent soll das Virus nicht mehr nachweisbar sein" sagte er. "So kann die Epidemie bis 2030 beendet werden." Eine Mammutaufgabe: Noch sind sich 54 Prozent der weltweit 35 Millionen Betroffenen ihrer Infektion gar nicht bewusst.

Diskriminierende Gesetze als Hindernis
Ein Hindernis auf dem Weg zu diesem Ziel sind diskriminierende Gesetze etwa in Russland, Indien und afrikanischen Ländern, die Homosexuelle und HIV-Positive in den Untergrund treiben. "Wir dürfen nicht einfach zusehen, wenn Regierungen monströse Gesetze erlassen, die die verwundbarsten Gesellschaftsschichten marginalisieren", sagte Barre-Sinoussi.

Die Kriminalisierung bestimmter Verhaltensweisen - Drogenkonsum, Sexarbeit, Männersex mit Männern - führt nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO dazu, dass gerade die Gruppen, die größte Gefahr laufen, sich mit dem HI-Virus zu infizieren, medizinisch nicht angemessen versorgt werden.

12.000 Experten nehmen an Konferenz teil
Bis 25. Juli berichten rund 12.000 Forscher, Experten und Aktivisten aus rund 200 Ländern über neue Medikamente und Impfstoffforschung und tauschen Erfahrungen im Umgang mit dem HI-Virus und der Immunschwächekrankheit Aids aus.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.