Das Team der AKH-Herzchirurgie rettete zwei Menschen das Leben – in der Freizeit, ohne zu zögern. Für uns sind sie damit die „Wiener der Woche“.
Es gibt Abende, an denen Heldentum still beginnt – mit einem Anruf, der einen freien Nachmittag beendet. Am Karfreitag war das für viele Mitglieder des herzchirurgischen Teams der MedUni Wien und des AKH so. Österreich fuhr ins Osterwochenende. Sie fuhren in die Klinik.
Freiwillig aus der Freizeit in den OP-Saal
Zwei Patienten, zwei Aortendissektionen, zwei gleichzeitig laufende Operationen – das ist selbst in Europa eine Ausnahme. Nur eine Handvoll Städte wäre dazu in der Lage. In Wien war es möglich, weil Ärzte, Anästhesistinnen, Pflegepersonal und Herz-Lungen-Maschinisten freiwillig einrückten. Kein Befehl, kein Zwang. „Zusätzlich zu den Leuten im Dienst sind freiwillig Personen hereingekommen, um das zu ermöglichen“, sagt Klinikleiter Prof. Daniel Zimpfer. Was ihn beeindruckt: „Wenn Leute freiwillig kommen und mithelfen, spricht das immer dafür, dass es ein ganz guter Spirit ist.“
Kein Spielraum: Was auf dem Tisch wirklich liegt
Teil dieses fast zwanzigköpfigen Teams: Prof. Marek Ehrlich, Leiter des Aneurysmenprogramms und einer der weltweit renommiertesten Aortenchirurgen, sowie Prof. Julia Dumfarth, Spezialistin für genetische Aortenerkrankungen. Beide kennen das Äußerste. „Es gibt Fälle, da kommt der Patient stabil auf den OP-Tisch – und in dem Moment, wo wir an die Herz-Lungen-Maschine gehen, rupturiert die Hauptschlagader“, so Ehrlich. Kein Spielraum. Keine zweite Chance. Kein Zögern.
Patient aus Oberösterreich übernommen
Beide Eingriffe dauerten bis Mitternacht. Beide Patienten überlebten – und das ist kein Zufall. Das AKH-Team hat an diesem Karfreitagabend bewiesen, was erstklassige Medizin wirklich bedeutet: nicht Apparate, nicht Rankings, sondern Menschen, die in ihrer Freizeit aufstehen und Ja sagen. Das gesamte Team ist für uns die Wiener der Woche.
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