Abschuss verbieten

22.000 Stimmen gegen Jagd auf Haustiere

Tierecke
19.03.2026 13:43
Porträt von Katharina Lattermann
Porträt von Tierecke
Von Katharina Lattermann und Tierecke

Mit einer Foto-Projektion auf die Fassade des Bundeskanzleramts haben Aktivisten am Mittwochabend ein unübersehbares Signal gesetzt: „Haustiere sind keine Zielscheiben!“ Hinter der Aktion stehen bereits rund 22.000 Unterstützer einer Petition, die ein sofortiges Verbot von Haustierabschüssen in Österreich fordert. 

Die leuchtende Botschaft mitten in Wien sollte vor allem eines zeigen: Für viele Tierhalter handelt es sich längst nicht mehr um tragische Einzelfälle, sondern um ein strukturelles Problem im österreichischen Jagdrecht.

„Unsere Haustiere sind keine Zielscheiben. 15 Fälle von verletzten oder getöteten Hunden und Katzen gingen heuer bei uns ein“, erklärte Martin Aschauer, Sprecher von Tierschutz Austria. Das Bundeskanzleramt sei bewusst gewählt, um politischen Handlungsdruck aufzubauen und ein bundesweit einheitliches Verbot einzufordern.

Martin Aschauer von „Tierschutz Austria“ bei der Protestaktion vor dem Bundeskanzleramt: Mit ...
Martin Aschauer von „Tierschutz Austria“ bei der Protestaktion vor dem Bundeskanzleramt: Mit einer Lichtprojektion wurde ein Verbot von Haustierabschüssen gefordert.(Bild: Tierschutz Austria )

Kein Schadenersatz
Der Hintergrund: In allen Bundesländern erlauben die jeweiligen Jagdgesetze weiterhin den Abschuss von Hunden und Katzen. Teilweise reicht es bereits, wenn ein Tier unbeaufsichtigt im Jagdgebiet unterwegs ist. Besonders umstritten: Selbst Tiere, die in Lebendfallen geraten, dürfen mancherorts getötet werden. Klare Schutzstandards fehlen ebenso wie eine einheitliche Meldepflicht – für betroffene Besitzer bleibt oft nicht einmal ein Anspruch auf Schadenersatz.

Das Wichtigste in Kürze

  • Bundesweites Verbot von Haustierabschüssen
    Hunde und Katzen sollen in ganz Österreich gesetzlich einheitlich geschützt werden – unabhängig vom Bundesland.
  • Strengere Regeln für Jäger
    Gefordert werden psychologische Eignungstests, ein Alkoholverbot bei der Jagd sowie härtere Konsequenzen bei Verstößen.
  • Mehr Rechte für Tierhalter
    Abschüsse sollen verpflichtend gemeldet werden, außerdem sollen betroffene Halter Anspruch auf Schadenersatz erhalten.
  • Petition unterstützen
    Die Petition von Tierschutz Austria kann online unterschrieben werden

Traurige Vorfälle
Auslöser der aktuellen Empörung waren mehrere Fälle, die viele Tierfreunde erschütterten. Ende Dezember wurde Bordercollie „Cooper“ in Oberösterreich bei Tageslicht erschossen – nur wenige Meter von seinem Halter entfernt, obwohl der Hund ein neonfarbenes Brustgeschirr trug. Kurz darauf starb in der Steiermark die Mischlingshündin „Bailey“, ebenfalls trotz Warnweste.

In beiden Fällen erklärten die Schützen, sie hätten die Hunde mit Füchsen verwechselt. Für zusätzliche Empörung sorgt der Fall der Katze „Peach“: Das Tier war in eine Lebendfalle geraten und wurde anschließend mit einem Kopfschuss getötet. Trotz Anzeige durch Tierschutz Austria endete der Fall mit einem Freispruch.

Umdenken gefordert
Für die Organisation ist das ein drastisches Beispiel dafür, wie lückenhaft die derzeitige Rechtslage ist. Die Petition fordert daher nicht nur ein klares Verbot der Tötung von Haustieren in allen Landesjagdgesetzen, sondern auch verpflichtende psychologische Eignungstests für Jagdscheinbesitzer, ein Alkoholverbot bei der Jagd sowie den sofortigen Entzug von Jagd- und Waffenkarte bei Verstößen.

Ein Rechtsgutachten von Erika Wagner, Juristin am Institut für Umweltrecht der Johannes Kepler Universität Linz, kommt zudem zum Schluss, dass Haustierabschüsse verfassungswidrig, unverhältnismäßig und ethisch nicht vertretbar seien. „Hunde und Katzen sind Familienmitglieder – kein Freiwild“, heißt es von Tierschutz Austria.

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