Jäger wird angefeindet

„Aus Versehen“ getötet: Trauer um Hündin „Bailey“

Steiermark
16.01.2026 18:30

Eine obersteirische Familie trauert um ihren geliebten Hund. „Bailey“, die sogar eine reflektierende Weste trug, wurde von einem Jäger im Mürztal versehentlich erschossen. Die „Krone“ sprach mit den Besitzern, die ein „zauberhaftes Lebewesen“ verloren – und mit dem Waidmann, auf den jetzt eine Welle von Hass einprasselt.

Erst kurze Zeit ist es her, dass in Oberösterreich ein Hund angeblich mit einem Fuchs verwechselt und erschossen worden war – jetzt trauert eine obersteirische Familie aus demselben Grund um ihr geliebtes vierjähriges Familienmitglied. „Mein Sohn hat mir ,Bailey’ gebracht, gerade als es mir gesundheitlich sehr schlecht ging“, erzählt die Besitzerin weinend.

„Ein zauberhaftes Lebewesen“ 
„Und sie hat tatsächlich mein Leben verändert. ,Bailey‘ war so liebevoll, so sensibel. Ein zauberhaftes Lebewesen.“ Nachsatz: „Ich habe fünf Kinder – meine Hündin war mein sechstes. So ist sie von der Wertigkeit her für uns alle gewesen.“

Doch jetzt ist der geliebte tierische Schatz tot. Erschossen von einem Jäger. Nach einem abendlichen Spaziergang.

„Bailey“, hier mit Hundekumpel und Alina P. im Urlaub, war geliebter tierischer ...
„Bailey“, hier mit Hundekumpel und Alina P. im Urlaub, war geliebter tierischer Familienmittelpunkt.(Bild: zVg)

„Der Jäger hat uns sicher gesehen“
„Wir waren, wie so oft, mit ihr, meinem eigenen Hund und einem unserer Pferde auf dem Wanderweg unterwegs“, schildert Alina P., die Freundin des Sohnes der Besitzerin. „,Bailey’ trug eine reflektierende Weste, war an der Leine, wir selbst haben mit Taschenlampen alles ausgeleuchtet.“ Der Hochsitz ist circa 300 Meter vom kleinen Hof der Steirerin entfernt. Und: „Der Jäger hat uns sicher gesehen.“

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Ich hab erst einen Schuss gehört, dann das Schreien von einem Tier, dann den zweiten.

Alina P.

Als sie zum Hof zurückkehrten, wurde „Bailey“ abgeleint – und da dürfte sie zum Hochsitz zurückgerannt sein. Denn dort war extra – um Füchse anzulocken, um sie wegen der dort auftretenden Räude töten zu können – ein sogenannter „Luderplatz“ mit Fleischködern angelegt worden; darauf hatte auch der Hund natürlich Gusto. Das bezahlte er mit seinem Leben.

„Ich hab erst einen Schuss gehört, dann das Schreien von einem Tier, dann den zweiten“, erzählt Alina völlig erschüttert. „Dann ist mir schon der Jäger entgegengekommen und hat mir alles gesagt.“

Welle von Hass gegen Jäger
„Ich habe den Hund für einen Fuchs gehalten“, schildert dieser gegenüber der „Krone“. Einen großen, weißen Hund? Mit Halsband und Warnweste? „So etwas sieht man doch in der Finsternis nicht, da ist alles dunkel.“ Er wirkt selbst sehr betroffen: „Für mich ist das ein Albtraum, ein absoluter Horror, ich bin total fertig. Ich war mir zu 100 Prozent sicher, dass das ein Fuchs ist, hätte niemals einen Hund erschossen, auch nicht, wenn er frei laufend ist! Ich liebe Haustiere.“ Jetzt prassle zudem eine Welle von Hass „von völlig Fremden“ auf ihn ein.

Die trauernde Familie: „Wir wollen warnen: Das ist gleich bei einem beliebten Wanderweg passiert, wo auch Kinder spielen. Wie kann denn so etwas sein?“ Der Waidmann hat sich selbst angezeigt.

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