Wenn am 10. Mai 2026 Menschen auf der ganzen Welt gleichzeitig loslaufen, geht es um weit mehr als Sport. Es geht um Hoffnung. Zum bereits 13. Mal vereint der Wings for Life World Run auch heuer wieder hunderttausende Teilnehmerinnen und Teilnehmer in Österreich und weltweit zu einem gemeinsamen Ziel: Querschnittlähmung heilbar zu machen. Die Forschung lässt hoffen. Wolfgang Illek erzählt von seinen Träumen.
Eine Querschnittslähmung bedeutet nicht nur, dass man nicht mehr gehen kann. Wolfgang Illek, der nach einem Radunfall seit dem 10. Juni 2004 im Rollstuhl sitzt, erzählte bei einem Termin zum 13. Wings for Life World am 10. Mai im Audi House of Progress in Wien: „Ich habe Arm- und Fingerfunktionen verloren, habe Probleme beim Atmen und beim Aushusten. Die größte Einschränkung ist die Thematik mit Blase und Darm.“
Der Head of Fundraising der Wings for Life-Stiftung betont in diesem Zusammenhang: „Ich träume davon, allein aus dem Bett zu kommen, allein unter die Dusche zu können, ein möglichst normaler Papa zu sein. Die Forschung schreitet voran, die Träume werden realistischer. Ich weiß, dass der Tag kommen wird, an dem sich meine Träume erfüllen werden.“
Es gibt zahlreiche von Wings for Life geförderte Forschungsprojekte, die große Hoffnung machen. So startete 2022 die sogenannte DISCUS-Studie zu Neuroprotektion und Sekundärschäden. Mit ihr wird getestet, ob das Öffnen und Verschließen der Dura Mater, der harten Hirnhaut um das Rückenmark herum, mit einem Patch (Duroplastik) hilft, unmittelbar nach dem Unfall auf sichere Art und Weise mehr Platz für das geschwollene Gewebe zu schaffen, um effektiv den Druck im verletzten Rückenmark zu senken. Das Ergebnis wäre der Erhalt wichtiger Körperfunktionen.
Ein Meilenstein in der Rückenmarksforschung
Ein Meilenstein in der Rückenmarksforschung ist die Vagusnerv-Stimulation. Die klinische Studie von Prof. Michael Kilgard von der University of Texas erzielte beeindruckende Ergebnisse. Sie zeigt, dass die gezielte Stimulation des Vagusnervs in Kombination mit intensivem Reha-Training die Arm- und Handfunktion deutlich verbessern kann. In einem 30-minütigen Eingriff wird ein kleiner Chip am Hals, direkt um den Nerv implantiert. Der Chip sendet sanfte elektrische Impulse an das Gehirn. So werden Regionen aktiviert, die für das Erlernen neuer Bewegungen zuständig sind. In Kombination mit Reha-Übungen entstehen neue Verbindungen zwischen Nervenzellen.
90.000 Teilnehmer in Österreich als Ziel für heuer
Durch den World Run flossen bereits 60,5 Millionen Euro in die Rückenmarksforschung. Auch heuer geht jeder Euro Startgeld an die Forscher weltweit. Sonja Kraus, Geschäftsführerin der Stiftung, und die Vorstandsvorsitzende Anita Gerhardter erklärten am Dienstag: „2025 nahmen in Österreich 74.100 und weltweit 310.000 Menschen teil. Heuer sind 90.000 Menschen in Österreich, also ein Prozent der Bevölkerung, und weltweit 380.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer unser Ziel.“
App-Runs boomen
Die 13.500 Plätze für den Flagship Run in Wien waren in fünf Tagen ausgebucht. Und auch die App Runs boomen. Aktuell sind 148 Events registriert. Und die Zahl wächst weiter, denn bis zum Eventtag können noch zahlreiche App Run Events hinzukommen. Alle Locations sind in der Wings for Life World Run App zu finden. In jedem Bundesland organisieren Unternehmen, Vereine sowie engagierte Privatpersonen eigene Startmöglichkeiten, bei denen mithilfe der App gemeinsam für die gute Sache gelaufen, gegangen oder gerollt wird.
Botschafter Thomas Morgenstern unterstrich: „Jeder kann dabei sein. Es gibt keine Ausrede.“
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