Frauen-Power

ÖLV-Quartett will bei der WM für Furore sorgen

Sport-Mix
17.03.2026 09:41
Porträt von Olaf Brockmann
Von Olaf Brockmann

Österreichische Frauen-Power bei der Hallen-WM ab Freitag in Torun! Ein ÖLV-Quartett an Läuferinnen will an die zum Teil sensationellen Leistungen der vergangenen Wochen anknüpfen, reist mit großen Ambitionen nach Polen und kann dort durchaus für Furore sorgen. Was angesichts der Weltklassefelder schwer werden kann. Die Tagesform und eine Portion Glück entscheiden. Aber vieles ist möglich.

Die nackten Zahlen: Karin Strametz ist in der Entry List über 60 m Hürden (7,97 Sekunden) als 20. von 47 Teilnehmerinnen vom ÖLV am höchsten gereiht, Caroline Bredlinger liegt über 800 m (2:00,97) unter 34 Läuferinnen auf dem 25. Platz, über 60 m sind Leni Lindner (7,21) und Isabel Posch (7,25) in dem 54 Sprinterinnen umfassenden Feld 29. bzw. 34. Am Freitag aber beginnt‘s bei null.

In Hochform zur WM: Karin Strametz
In Hochform zur WM: Karin Strametz(Bild: ÖLV / Wolf Amri)

Die vier Damen sind sehr optimistisch, ihre letzten Vorbereitungen liefen gut, alle können ihre Vorläufe überstehen und damit das Semifinale erreichen. Aber wer weiß, vielleicht gelingt sogar ein Finaleinzug? Wie es in jenen drei Disziplinen, in denen das ÖLV-Quartett in Torun startet, auch schon bei Hallen-Weltmeisterschaften für uns gegeben hat. Karin Mayr-Krifka war 2003 über 60 m Vierte, Steffi Graf holte über 800 m Silber 2001 und 2003, Beate Schrott lief über 60 m Hürden 2012 auf Platz sieben.

Ein Überblick zur WM aus österreichischer Sicht:

60 m: Leni Lindner und Isabel Posch
Gerade Leni Lindner und Isabel Posch sorgten in dieser Hallen-Saison für Aufsehen, als sie bei den Staatsmeisterschaften im Finale 7,21 bzw. 7,26 liefen. Isabel Posch schraubte ihre Bestzeit eine Woche später noch auf 7,25. Solche Traumzeiten hatte es im ÖLV-Bereich kleine Ewigkeiten nicht mehr gegeben, wobei der Rekord von Karin Mayr-Krifka (7,15) schon ein Vierteljahrhundert alt ist.

Isabel Posch
Isabel Posch(Bild: zVg.)

Beide, Leni Lindner und Isabel Posch, spüren keinen Druck, wissen vielmehr um ihre Stärke. Lindner: „Mein Ziel ist es, dass ich bei der WM einen Lauf habe, mit dem ich von Start bis Ziel zufrieden bin. So wie bei den 7,21 und den heuer zweimal gelaufenen 7,33. Was dann herausschaut, muss man abwarten. Aber die 7,21 stimmen mich optimistisch. Ich habe heuer bei der WM zum ersten das Gefühl, dass ich dazugehöre und nicht nur Glück gehabt habe, dabei sein zu dürfen.Isabel Posch, als einzige des ÖLV-Quartettes zum ersten Mal bei einer Hallen-WM, macht sich „ehrlich gesagt keine Gedanken“ über Ziele, Zeiten oder Platzierungen. „Ich gehe mit Spaß hinein, werde das Beste geben und hoffe, lauftechnisch die 60 m gut über die Bühne zu bringen.“ Sie wolle zuvor nicht „zu viel denken oder reden.“ Sie ist nur „megahappy über ihren Durchbruch“ in dieser Saison und wie diese bisher verlaufen ist. Dass sie heuer fünfmal 7,30 Sekunden und schneller gelaufen ist, ist schon sensationell. „Ich hätte nie gedacht, dass es heuer so schnell geht.“

Leni Linder
Leni Linder(Bild: Martina Albel)

800 m: Caroline Bredlinger
Mit 2:00,97 hatte Caroline Bredlinger bei ihrem Saisonauftakt am 2. Februar in Ostrava das Direkt-Limit nur um sieben Hundertstel verpasst. Wie sensationell hoch heuer das Niveau über 800 m ist, zeigt die Tatsache, dass 30 Läuferinnen unter dieser Norm geblieben sind. So etwas gab es noch nie. So musste sie sogar ein wenig um ihren WM-Platz (nur 30 sind zugelassen) bangen. Im Gegensatz zu anderen Disziplinen gab es über 800 m relativ wenig Absagen, als 25. der Entry List kam Caro ins WM-Feld, das durch Weltrekordlerin Keely Hodgkinson angeführt wird.

Damit bestreitet die Burgenländerin nach Nanjing 2025 ihre zweite Hallen-WM. Nachdem es in China von der Atmosphäre eine triste WM war („Das Publikum kannte sich teilweise gar nicht aus“), hofft sie in Torun auf „ein cooles Ereignis“ und „auf mehr Stimmung“. Ob diese vergleichbar wird wie jener bei der Hallen-EM in Apeldoorn 2025, wagt sie zu bezweifeln. „Das kann so schnell kein Land überbieten.“

Zumindest fliegt Caroline Bredlinger am Mittwoch voller Selbstvertrauen zur WM. „Das letzte Training in der Vorwoche ist richtig gut verlaufen.“ In Kroatien hat sie mit Nina Vukovic, die im Ranking für die WM einen Platz hinter ihr liegt, „gute Einheiten gemacht, das war ganz vielversprechend“. Kurzum: „Es schaut alles ganz gut.“

Caroline Bredlinger
Caroline Bredlinger(Bild: ÖLV / Wolf Amri)

60 m Hürden: Karin Strametz
Karin Strametz belegte schon in Glasgow 2024 über 60 m Hürden den starken 13. Platz und lief dabei in 8,00 Sekunden die bislang schnellste Hürden-Zeit einer Österreicherin bei einer Hallen-WM. Da sie sich heuer über 8,02 und 8,01 auf ihre neue persönliche Bestzeit von 7,97 steigerte und dabei den Rekord von Beate Schrott (jetzt Taylor) nur um eine Hundertstel verpasste, ist ihre Zuversicht für Torun groß.

 Die Steirerin, die als einzige ÖLV-Athletin das Direkt-Limit für die WM geschafft hat, sagt: „Ich erwarte, dass ich das abliefere, was ich draufhabe.“ Und das ist extrem viel, zumal sie bei den 7,97 den Start mit den ersten paar Hürden „nicht optimal“ erwischt hat. „Ich weiß, in welche Richtung es gehen kann.“ Da sei noch Potenzial in Hinblick aufs Semifinale und sogar auf das durchaus denkbare Finale. Warum nicht?

Karin Strametz
Karin Strametz(Bild: ÖLV / Wolf Amri)

Da brauche man, so Karin Strametz, wohl eine Zeit um die 7,90. Nachsatz: „Wenn ich einen richtig, richtig guten Lauf erwische und abliefere, was ich körperlich draufhabe, ist viel möglich.“ Die letzten gemeinsamen Trainings mit der Slowenin Nika Glojnarič seien „echt gut, voller Intensität“ verlaufen.

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