Geldtransport gestoppt

Ukraine: Ungarn nahm Bankmitarbeiter als Geiseln

Außenpolitik
06.03.2026 11:22

Zwei Geldtransporter, die Millionenwerte von Österreich in die Ukraine bringen sollten, sind in Ungarn festgesetzt worden. Mitarbeiter einer ukrainischen Staatsbank, die den Transport begleiteten, wurden festgenommen. Kiew wirft Ungarn Geiselnahme und Diebstahl vor.

Nach Angaben der Ukraine begleiteten die sieben Mitarbeiter der staatlichen Oschadbank zwei Geldtransporter. In den Wagen befanden sich demnach 40 Millionen US-Dollar, 35 Millionen Euro und neun Kilogramm Gold. Die Wertsachen seien im Rahmen einer Übereinkunft mit der österreichischen Raiffeisenbank transportiert und entsprechend deklariert worden, heißt es aus Kiew.

Zugriff auf Autobahn
Auf einer Tankstelle auf der ungarischen Autobahn M5 kam es am Donnerstagabend dann zu einer Razzia, durchgeführt von der TEK, der Anti-Terror-Einheit der ungarischen Polizei, berichtet „telex“. Schwarz gekleidete Personen seien aus den Autos gezerrt und zu Boden gebracht worden. Anschließend fuhr der Konvoi Richtung Budapest.

Laut Oschadbank seien die GPS-Vorrichtungen der Fahrzeuge im Stadtzentrum von Budapest direkt neben dem Gebäude von Sicherheitsorganen geortet worden. Der Verbleib der Mitarbeiter sei unbekannt. Auch die Grundlage der Festsetzung ist bisher unklar.

Diplomat spricht von „Staatsterrorismus“
Die Ukraine reagierte mit scharfen Worten auf den Vorfall. „Heute in Budapest haben die ungarischen Behörden sieben ukrainische Staatsbürger als Geiseln genommen“, tweetete der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha (siehe oben). Der Vorgang sei kriminell, klagte er. Der ukrainische Botschafter in Budapest warf Ungarn „Staatsterrorismus“ vor. Die Nationalbank in Kiew forderte die sofortige Freilassung der sieben Bankmitarbeiter, allesamt ukrainische Staatsbürger.

Brisant: Der ungarische Premier Viktor Orbán hat am Donnerstag die Zentrale der TEK in Budapest aufgesucht, berichtet die ukrainische Nachrichtenseite „European Pravda“. Offiziell wurde dabei nur über die Eskalation im Nahen Osten und eine mögliche Terrorbedrohung gesprochen. Am selben Tag setzten TEK-Beamte die ukrainischen Geldtransporter fest.

Ungarische Zollbehörde ermittelt wegen Geldwäsche
Laut ungarischer Zollbehörde, die zusammen mit der TEK ermittelt, seien die Mitarbeiter wegen des Verdachts auf Geldwäsche festgenommen worden. Man habe die Ukraine im Vorfeld über das Verfahren informiert, habe aber „keine Antwort erhalten“, hieß es in einem Statement. Unter den sieben Festgenommenen sei ein ehemaliger ukrainischer Geheimdienstoffizier.

Neue Eskalation im Pipeline-Streit
Hintergrund des Skandals ist der Streit zwischen Ungarn und der Ukraine um Öllieferungen aus Russland. Diese liefen bis zuletzt über die Pipeline „Druschba“ auch über ukrainisches Gebiet. Nach einer Beschädigung der Pipeline infolge russischer Angriffe forderte die kurz vor der Wahl stehende Regierung in Budapest Kiew zur schnellen Reparatur und Wiederaufnahme des Transits auf. Der ukrainischen Darstellung nach ist eine schnelle Reparatur nicht möglich, was in Ungarn auf Unglauben stößt.

Um den Druck zu erhöhen, hat Ungarn die Vergabe eines Millionenkredits der EU an die Ukraine blockiert, der für das von Russland angegriffene Land überlebenswichtig ist. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj drohte daraufhin Ungarns Regierungschef Viktor Orbán sogar mit eigenen Soldaten.

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