Kein Geld mehr, keine dringend notwendigen Medikamente – eine österreichische Reisegruppe wartet auf den Malediven derzeit vergebens auf die Hilfe ihrer Reiseagentur. Die Urlauber wollen endlich wieder nach Hause.
Die Gruppe ist in Malé, der Hauptstadt der Malediven, gestrandet „Wir haben über eine Agentur mit Sitz in Salzburg gebucht, unsere Pauschalreise hat am 22. Februar begonnen. Alles war perfekt, bis die Nachricht vom Krieg im Nahen Osten rund um die Welt ging“, berichtet ein Pensionist aus dem burgenländischen Bezirk Jennersdorf.
Heimflug gestrichen
Sein Heimflug am Dienstag wurde gestrichen. Seither trudeln nur spärlich aktuelle Informationen aus der Heimat ein. „Wir warten noch immer auf die Beantwortung unserer Anfragen per E-Mail, von der Agentur bekommen wir nichts“, sagt der Burgenländer verärgert.
Zimmer besetzt: Touristen zittern um ein Quartier
Die „Krone“ hatte mit dem früheren Beamten am Donnerstag gegen Abend noch Kontakt via Handy. „Nach einem offiziellen Verlängerungstag wurden uns weitere Übernachtungen zugesagt, die an der Rezeption zu bezahlen sind“, schrieb der enttäuschte Urlauber. Ab heute, Freitag, stehen er und die anderen rot-weiß-roten Touristen auf der Straße. „Wir sind hier fast auf uns allein gestellt, fühlen uns vergessen und im Stich gelassen“, lautet der Tenor aus der 33-köpfigen Reisegruppe quer durch alle Generationen.
Den Österreichern ist zu Ohren gekommen, dass die Preise für eine Nacht in Malé angeblich auf 400 bis 600 Euro angehoben worden sind. „Einige Mitreisende verfügen nicht mehr über ausreichend viel Geld, sie haben weder Bankomat- noch Kreditkarte mit“, wird mitgeteilt. Manche müssten rasch nach Hause. In einem Fall, einer Fleischerei, steht der Betrieb still.
Nicht nur Geld, auch wichtige Arzneien fehlen
Am schlimmsten trifft es jene, die aufgrund ihres Gesundheitszustandes auf Medikamente angewiesen sind. „Meine Tabletten, die ich dringend benötige, sind mir wegen des überraschend langen Aufenthaltes auf den Malediven bereits ausgegangen. Angemessene Ersatzprodukte sind in dem Inselstaat nicht zu finden. Die Pillen, die mir in einem Geschäft ähnlich einer Apotheke angeboten worden sind, traue ich mich nicht einzunehmen“, so eine ältere Dame.
„Wie soll es weitergehen?“
Kurzum, die Situation der Reisenden bleibt angespannt. „Den Informationen aus dem Internet zufolge fliegt unsere Fluglinie Emirates jeden Tag sogar von Dubai und Malé in andere Länder. Wieso also nicht mit den Österreichern nach Wien? Ein Direktflug wäre gefahrlos“, bereitet die schwierige Lage den Betroffenen aus dem Bezirk Jennersdorf Kopfzerbrechen. Sie sind gespannt, wie es weitergeht. „Wo ist die Republik Österreich und die Austrian-Maschinen, um uns nach Hause zu holen?“
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