Sie konvertierte mit 15 Jahren, geriet sofort an den Islamischen Staat. Jetzt ist die gebürtige Österreicherin 17 Jahre alt – und hat ihre dritte Vorstrafe wegen Terrorvorwürfen gesammelt. Vor dem Richter sagt sie: „Das war bei mir so wie eine Sucht.“ Sie fasst über zwei Jahre Gefängnis aus.
Im Wiener Landl stellt ein erst 17-jähriges Mädchen einen traurigen Rekord auf: Bereits zum dritten Mal wird sie wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung bzw. kriminellen Organisation verurteilt. Richter Andreas Hautz kennt die Angeklagte, die in Handschellen und verschleiert aus der Justizanstalt vorgeführt wird, schon gut. Die letzten Prozesse führte ebenfalls er.
Mit IS-Stofftasche am Praterstern
„Jetzt habe ich Ihnen die letzten beiden Male mit auf den Weg gegeben, dass das aufhören muss“, so Hautz. Er spricht von der Verbreitung von IS-Propaganda. Erstmals wurde das Mädchen im Juli 2023, da war sie gerade einmal 15 Jahre alt, von der Polizei am Praterstern aufgehalten – mit einer IS-Stofftasche über der Schulter. Da lautete das Urteil: 15 Monate auf Bewährung und ein Deradikalisierungsprogramm. Zwei Monate später verschickte sie wieder Terror-Videos. Dafür fasste sie schon eine teilbedingte Haftstrafe aus.
Man kann nicht in Abrede stellen, dass sie jetzt binnen kürzester Zeit das dritte Mal hier vor Gericht ist.
Verteidiger der jungen IS-Anhängerin
Kaum aus dem Gefängnis wieder draußen, erstellte sich die jetzt 17-Jährige schon Profile auf diversen sozialen Plattformen. Und teilte wieder IS-Propaganda, Nasheeds und auch Hinrichtungsvideos. „Das war bei mir so wie eine Sucht. Wenn ich ein Video vom IS bekommen habe, habe ich das einfach weitergeleitet“, gibt die Angeklagte im Landl zu. „Aber was haben Sie erwartet, wenn Sie weitermachen?“, hakt Herr Rat nach. „Nichts Gutes“, flüstert sie. Das dürfte ihr aber egal gewesen sein.
In jungen Jahren konvertiert
Eigentlich stammt das Mädchen aus einer christlichen Familie, hat in der Schule erstmals ein muslimisches Mädchen getroffen und sich mit der Religion auseinandergesetzt. Schnell konvertierte sie, ging eine Beziehung mit einem älteren IS-Anhänger ein. Auch er saß schon wegen Terrorvorwürfen im Gefängnis.
Dort muss sie jetzt auch eine Zeit lang verbringen: Richter Andreas Hautz verurteilt die 17-Jährige zu 20 Monaten Haft. Der bedingte Teil der letzten Strafe wird widerrufen – also zusätzlich ein Jahr. Ob die Reue, die sie in ihrem dritten Terror-Prozess nun gezeigt hat, echt ist, wird sich wohl nur mit der Zeit herausstellen …
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.