„Wie eine Sucht“

17-Jährige zum dritten Mal wegen Terror verurteilt

Gericht
27.02.2026 15:44

Sie konvertierte mit 15 Jahren, geriet sofort an den Islamischen Staat. Jetzt ist die gebürtige Österreicherin 17 Jahre alt – und hat ihre dritte Vorstrafe wegen Terrorvorwürfen gesammelt. Vor dem Richter sagt sie: „Das war bei mir so wie eine Sucht.“ Sie fasst über zwei Jahre Gefängnis aus. 

Im Wiener Landl stellt ein erst 17-jähriges Mädchen einen traurigen Rekord auf: Bereits zum dritten Mal wird sie wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung bzw. kriminellen Organisation verurteilt. Richter Andreas Hautz kennt die Angeklagte, die in Handschellen und verschleiert aus der Justizanstalt vorgeführt wird, schon gut. Die letzten Prozesse führte ebenfalls er. 

Mit IS-Stofftasche am Praterstern
„Jetzt habe ich Ihnen die letzten beiden Male mit auf den Weg gegeben, dass das aufhören muss“, so Hautz. Er spricht von der Verbreitung von IS-Propaganda. Erstmals wurde das Mädchen im Juli 2023, da war sie gerade einmal 15 Jahre alt, von der Polizei am Praterstern aufgehalten – mit einer IS-Stofftasche über der Schulter. Da lautete das Urteil: 15 Monate auf Bewährung und ein Deradikalisierungsprogramm. Zwei Monate später verschickte sie wieder Terror-Videos. Dafür fasste sie schon eine teilbedingte Haftstrafe aus.

Zitat Icon

Man kann nicht in Abrede stellen, dass sie jetzt binnen kürzester Zeit das dritte Mal hier vor Gericht ist.

Verteidiger der jungen IS-Anhängerin

Kaum aus dem Gefängnis wieder draußen, erstellte sich die jetzt 17-Jährige schon Profile auf diversen sozialen Plattformen. Und teilte wieder IS-Propaganda, Nasheeds und auch Hinrichtungsvideos. „Das war bei mir so wie eine Sucht. Wenn ich ein Video vom IS bekommen habe, habe ich das einfach weitergeleitet“, gibt die Angeklagte im Landl zu. „Aber was haben Sie erwartet, wenn Sie weitermachen?“, hakt Herr Rat nach. „Nichts Gutes“, flüstert sie. Das dürfte ihr aber egal gewesen sein.

In jungen Jahren konvertiert
Eigentlich stammt das Mädchen aus einer christlichen Familie, hat in der Schule erstmals ein muslimisches Mädchen getroffen und sich mit der Religion auseinandergesetzt. Schnell konvertierte sie, ging eine Beziehung mit einem älteren IS-Anhänger ein. Auch er saß schon wegen Terrorvorwürfen im Gefängnis. 

Dort muss sie jetzt auch eine Zeit lang verbringen: Richter Andreas Hautz verurteilt die 17-Jährige zu 20 Monaten Haft. Der bedingte Teil der letzten Strafe wird widerrufen – also zusätzlich ein Jahr. Ob die Reue, die sie in ihrem dritten Terror-Prozess nun gezeigt hat, echt ist, wird sich wohl nur mit der Zeit herausstellen …

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Hinweis in eigener Sache: Das krone.at-Forum präsentiert sich ab sofort in neuem Design! Wir freuen uns über konstruktives Feedback. Damit die Diskussionen in den Kommentarbereichen beim jeweiligen Thema bleiben, können Sie uns Rückmeldungen hier hinterlassen.

krone.tv

Top 3
Top Gutscheine
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung