Kuriose Situation

Privater will Parkplätze schaffen – Stadt lehnt ab

Niederösterreich
27.02.2026 18:00

Leidgeplagte Autofahrer in Mödling wissen: Die Parkplatznot ist rund um das Spital und bei der HTL am größten. Warum just vis-à-vis der größten Schule Niederösterreichs die Errichtung neuer Stellplätze scheitert.

Wochenlang hielten die Parkpickerl-Pläne der rot-grünen Rathauskoalition Möding in Atem. Die Ankündigung, dass quasi im gesamten Stadtgebiet nur noch gebührenpflichtig geparkt werden sollte, sorgte sogar für Zoff mit den Nachbarorten. Vorerst liegen all diese Pläne freilich auf Eis – die „Krone“ berichtete.

Im Rathaus abgeblitzt
Kaum sind die Diskussionen um die Mödlinger Parkplatznot etwas abgeklungen, facht ein Unternehmer sie wieder an. Immobilientreuhänder Michael Pichlmair wollte vis-à-vis der HTL auf dem Eckgrundstück an der Kreuzung der Technikerstraße mit der Grutschgasse zehn öffentliche Pkw-Stellplätze samt Ladestationen für E-Autos schaffen. Doch mit diesem Ansinnen blitzte er im Rathaus ab. Sein Resümee: „Die Politik lehnt die Bewilligung zusätzlicher Parkplätze ab.“

Vorschrift ist Vorschrift
Der Hintergrund: In den Bestimmungen für Bebauung und Versiegelung im Bereich der früheren Gendarmeriezentralschule ist vorgesehen, dass Parkplätze nur unterirdisch angelegt werden dürfen. Pichlmaier dazu: „Da müsste man nur ein Wort ändern. Unsere Stellplätze würden genau zwischen dem überfüllten Schülerparkplatz der HTL und dem Parkplatz eines Supermarktes liegen – dort stören Autos an der Oberfläche offenbar nicht.“

Vizebürgermeister Rainer Praschak (Grüne) verweist auf die Rechtslage: „Das Areal des Supermarktes hat eine andere Widmung als das Grundstück an der Grutschgasse.“

So hätte Michael Pichlmair die zehn Stellplätze mit Ladestationen gestalten wollen.
So hätte Michael Pichlmair die zehn Stellplätze mit Ladestationen gestalten wollen.(Bild: Resida)

Fläche ungenutzt
Zudem zweifelt der Vizebürgermeister an der Notwendigkeit von Ladestationen in diesem Bereich: „Kein HTL-Schüler würde diese Stellplätze nutzen, Pichlmair lediglich geschäftliche Interessen verfolgen.“ Der Unternehmer wiederum vermutet hinter der Ablehnung ideologische Gründe: „Obwohl wir die Stellplätze mit Rasenlinern und einem begrünten Carport gestaltet hätten.“ Wie's ausschaut, bleibt die Fläche wohl weiterhin ungenutzt.

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