Aus für Level 3

BMW weicht beim autonomen Fahren eine Stufe zurück

Motor
28.02.2026 11:00
Porträt von krone.at
Von krone.at

Hochautomatisierte Fahrfunktionen sollte eigentlich aus der Oberklasse langsam in die Volumensegmente diffundieren. Das hat erst einmal nicht geklappt.

Nach Mercedes streicht nun auch BMW seinen Assistenten für hochautomatisiertes Fahren. Die in der Oberklassemodellen der Marke angebotene Technik ist zu teuer, bringt zu wenig Vorteile und findet offenbar nicht genug Kunden.

Einem Bericht der Branchenzeitschrift „Automobilwoche“ zufolge wird BMW seinen erst 2024 eingeführten „Personal Pilot L3“ nach dem Lifting der 7er-Reihe Ende April nicht mehr anbieten. Statt der sogenannten Level-3-Technik stufen die Münchner ihren Assistenten auf Level 2 zurück.

Das heißt, dass die Nutzer dem Fahrzeug das Bremsen, Lenken und Gasgeben überlassen können, aber nicht mehr dauerhaft den Blick von der Straße wenden dürfen. Zeitunglesen oder ähnliche Beschäftigungen sind dann am Steuer anders als auf Level 3 nicht erlaubt. 

Zuvor hatte Mercedes sich bei seinem „Drive Pilot“ in der S-Klasse ebenfalls von Level 3 verabschiedet. Die Technik war bei den beiden Premiumherstellern auf vielen Märkten optional erhältlich, kostete aufgrund des hohen technischen Aufwands beim Kauf einen höheren vierstelligen Betrag. Der Nutzen war im Gegenzug überschaubar: Die hochautomatisierten Fahrfunktionen sind nur auf bestimmten Autobahnstrecken und bei niedrigem Tempo nutzbar.

Level 2 bringt dem Kunden mehr
Konkret mussten Käufer des 7er-BMWs mindestens rund 6000 Euro anlegen, um das Level-3-System zu erhalten. Der hoge Preis kommt einerseits von der aufwendigen Sensorik (samt Lidar und Hochleistungsrechnern), andererseits von Validierung, sicherheitszertifizierter Absicherung und behördlich geforderter Flottenüberwachung im Feld. Das mit dem BMW iX3 eingeführte Level-2 Systems ist mit einem Preis von rund 1500 Euro deutlich günstiger – und bietet mehr Funktionen.

Der neue Assistent ermöglicht freihändiges Fahren auf Autobahnen inklusive automatischem Spurwechsel per Blickbestätigung, dazu in Zukunft auch sowie künftig ein navigationsgeführtes „Address-to-Address“-Fahren.

Was heißt eigentlich Level 3?
Beim automatisierten Fahren unterscheidet die Branche klassischerweise fünf Stufen. Fast alle Neuwagen arbeiten heute mit Stufe 2, dem „teilautomatisierten“ Fahren, bei dem es nur kurz möglich ist, die Hände vom Steuer zu nehmen, bevor der Fahrer ermahnt wird. Das Auto übernimmt die Spurführung, bremst und beschleunigt selbstständig. Der Fahrer muss aber den Verkehr im Blick halten und jederzeit eingreifen können.

Auf Stufe 3 („hochautomatisiert“) darf der Fahrer sich zeitweise vom Verkehr abwenden und etwa Zeitung lesen. Auf Stufe 4, wie sie aktuelle Robotaxis beherrschen, kann er das dauerhaft tun – das Auto fährt „vollautomatisiert“, allerdings nur in seinen definierten Einsatzgebieten und bei ordentlicher Sicht. Bislang nicht in Serie verfügbar ist das Level 5, das klassische „autonome“ Fahren – dauerhaft, überall und unter allen Umweltbedingungen.

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