„Skurriler“ Marterbauer. Helle Aufregung über Finanzminister Markus Marterbauer unter den Landeshauptleuten, man wirft ihm „Respektlosigkeit“ vor, spricht von einer „unfassbaren Entgleisung“. Der sonst so zurückhaltend auftretende Minister hatte in einer Diskussionsrunde bei der „Kleinen Zeitung“ über seinen Besuch bei der Landeshauptleutekonferenz in der Steiermark berichtet: „Das war der skurrilste Abend meiner Amtszeit. Dort wird weniger verhandelt als gegessen und getrunken.“ Die Reaktionen der Landeshauptleute fallen heftig aus. Der Gastgeber der Konferenz, Landeshauptmann Mario Kunasek, spricht von einer „unfassbaren Entgleisung“, von „flapsigen, unwahren Aussagen“ des Ministers - schließlich hätten Landeshauptleute und Regierungsvertreter nach dem Abendessen noch stundenlang an einem Papier zur Reformpartnerschaft gearbeitet, während Marterbauer nach dem Dessert zurück nach Wien gereist sei. Der Kritik am Minister schließen sich weitere Landeshauptleute an. Selbst sein Kärntner Parteifreund Peter Kaiser richtet Marterbauer aus: „Wie heißt es so schön in Österreich? Beim Reden kommen die Leut zamm.“
Er kam, aß – und fuhr. Ja, der Beziehungsstatus zwischen dem Bund und den Bundesländern: In der Regel schwierig. Doch letzten Endes sollte den neun Landeshauptleuten wie den Mitgliedern der Bundesregierung klar sein: Man ist voneinander abhängig. Erst recht aufeinander angewiesen ist man so wie jetzt in Zeiten leerer Kassen in Bund, Ländern wie Gemeinden. Da wird etwa bei Gesundheit, Spitälern oder bei Bildung um Kompetenzen, zuvorderst aber um das Geld gerungen. Wenn es um die Geldverteilung geht, da spielt naturgemäß der Finanzminister eine entscheidende Rolle. Auf der anderen Seite sitzen die Landeschefs, die sich halbjährlich bei der Landeshauptleutekonferenz treffen – zuletzt im November im südsteirischen Seggauberg. Weil es dort um die Reformpartnerschaft zwischen Bund und Ländern ging, wurde Finanzminister Markus Marterbauer dazu geladen. Wie die Teilnehmer unisono schildern: Er kam, aß – und fuhr. Er nahm zwar am üblichen gemeinsamen Essen, nicht jedoch am folgenden nächtlichen Austausch und an der offiziellen Tagung am nächsten Tag teil. Um nun kritisch auszurichten, dort wurde „weniger verhandelt als gegessen und getrunken“. Dieses böse Ausrichten empört rundum. Oder wie es ein ansonsten wohlmeinender hochrangiger Politiker formuliert: So eine Aussage, so ein Verhalten zeige die politische Unerfahrenheit des Finanzministers. Bleibt nur zu hoffen, dass er sich wenigstens bei den Finanzen auskennt.
Kommen Sie gut durch den Donnerstag!
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