Währung sackt ab

Trumps Zollchaos setzt Bitcoin unter Druck

Wirtschaft
23.02.2026 17:20
Porträt von krone.at
Von krone.at

Die wichtigste Digitalwährung Bitcoin hat am Montag mit deutlichen Schwankungen auf die jüngsten Zollkapriolen aus den USA reagiert.

Der Preis für eine Einheit war auf der Handelsplattform Bitstamp zunächst bis auf knapp 64.300 US-Dollar (54.644 Euro) und damit auf den tiefsten Stand seit Anfang Februar gesunken, bevor er sich wieder ein gutes Stück erholte. Zuletzt notierte der Bitcoin bei rund 66.300 Dollar.

Hintergrund der Kursschwankungen beim Bitcoin sind vor allem die jüngsten Entwicklungen im Zollstreit der USA mit dem Rest der Welt, die bei Anlegern für Unsicherheit sorgen. Nach der am Freitag verkündeten Entscheidung des Obersten US-Gerichtshofs gegen Teile der Zollpolitik von Präsident Donald Trump legte dieser mit einem neuen Zollsatz nach. Der Republikaner kündigte am Samstag auf der Plattform Truth Social einen weltweiten Zoll auf Importe in die USA von 15 Prozent an – statt der kurz davor bereits veranschlagten 10 Prozent. Damit schöpft Trump die Höchstgrenze eines Handelsgesetzes, auf das er sich beruft, voll aus.

Kryptomarkt weiterhin instabil
„Der Kryptomarkt bleibt weiterhin instabil“, sagte Caroline Mauron, Mitbegründerin des auf Krypto-Optionen und strukturierte Derivate spezialisierten Handelshauses Orbit Markets. Die gesamtwirtschaftliche Unsicherheit belaste derzeit den Markt, angefangen bei den geopolitischen Spannungen im Iran bis hin zu den US-Zöllen. Diese könnte dazu führen, dass die Unterstützung bei 60.000 Dollar erneut getestet wird. Anfang Februar war der Bitcoin kurz unter diese Schwelle gesackt.

Die Marke von 60.000 Dollar wird am Markt viel beachtet. Denn im Bullenmarkt des Jahres 2021 konnte die runde Schwelle nach zwei Anläufen nicht nachhaltig überwunden werden. Und 2024 pendelte die Kryptowährung sehr oft um diese. Erst Ende 2024 gelang es dem Bitcoin, sich aus diesem technischen Korsett zu befreien und deutlich über 80.000 Dollar zu steigen. Anleger hatten nach der erneuten Wahl von Trump zum neuen US-Präsidenten auf positive Impulse durch eine Deregulierung der Märkte gewettet. Nach dem Rekordhoch bei gut 126.000 Dollar im Oktober aber ging der Bitcoin auf Talfahrt und verlor zwischenzeitlich fast die Hälfte an Wert.

Zweifel an bald weiter sinkenden Zinsen
Am Markt werden die deutlichen Kursverluste vor allem mit Zweifeln an bald weiter sinkenden Zinsen in den USA begründet. Angesichts zuletzt robuster US-Konjunkturdaten sieht sich die US-Notenbank zumindest unter keinem unmittelbaren Handelsdruck, auch wenn sich Trump immer wieder vehement für niedrigere Leitzinsen einsetzt. Der Bitcoin reagiert besonders empfindlich auf ein hohes Zinsniveau, weil in einem solchen Umfeld zinstragende Wertpapiere attraktiver sind als Kryptowährungen oder auch Aktien.

Darüber hinaus haben sich bisher die Hoffnungen der Anleger auf deutlichen Rückenwind von Seiten der Regulierung noch nicht erfüllt. So verläuft die Einrichtung der von Trump angestoßen strategischen Bitcoin-Reserve bisher nur schleppend.

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