Pech im Sekunden-Krimi

Bitter! Stadlobers Bronzejagd bleibt unbelohnt

Olympia
22.02.2026 12:23
Porträt von krone Sport
Von krone Sport

Wenige Sekunden trennten Teresa Stadlober am Sonntag von einer Medaille über 50 Kilometer. Nachdem sie bis zum Schluss in der Verfolgergruppe um Edelmetall kämpfen konnte, wurde die Salzburgerin am Ende nur Sechste. Die Goldmedaille ging an die Schwedin Ebba Anderson, Heidi Weng aus Norwegen wurde Zweite. Komplettiert wurde das Podium von der Schweizerin Nadja Kälin. 

Die Eidgenossin führte eine Gruppe im Bronze-Kampf an, in der auch Stadlober war. „Ich glaube, ich habe nicht den Tag erwischt, dass ich das hätte alleine machen können“, meinte die einzige Österreicherin im Rennen im ORF. „Ich habe gefightet, alles gegeben, ich kann mir nichts vorwerfen.“ Für Kälin freute sie sich: „Richtig cool, dass einmal wer anderer am Podium ist.“ Sie selbst müsse das Verpassen des Podests erst verarbeiten. „Es werden sicher ein paar Tränen fließen. Man hofft, dass das der Tag wird. Das war heute nicht.“

Nadja Kälin
Nadja Kälin(Bild: AFP/TOBIAS SCHWARZ)

Feld zersplitterte frühzeitig
Nach dem Ausfall der schwedischen Favoritin Frida Karlsson und auch ihrer Landsfrau Jonna Sundling hatten sich die Chancen Stadlobers erhöht. Sie hatte bei den Peking-Spielen 2022 mit Skiathlon-Bronze die dort erste ÖOC-Medaille geholt, nun ging sie auf die letzte in Mailand/Cortina los. Und schon auf Kilometer vier setzte sich die 33-Jährige mit Andersson, Weng und der US-Amerikanerin Jessie Diggins ab. Nach Beginn der dritten von sieben Runden lösten sich Andersson und Weng aber aus dieser kleinen Führungsgruppe, Diggins fiel ab. Stadlober lief damit fortan auf sich alleine gestellt auf Position drei.

  Das gelang ihr bis gegen Ende von Runde vier, wobei die leicht verkühlt angetretene ÖOC-Athletin bei offenbar nicht ganz optimalen Skiern im schwierigsten Anstieg kurz ins Straucheln geraten war. Ab Kilometer 28 fand sich Stadlober jedenfalls in einer Fünfer-Gruppe wieder, der außer dem ursprünglichen Verfolgerinnen-Duo Kerttu Niskanen aus Finnland und Kristin Fosnaes aus Norwegen auch Kälin und die in ihrem letzten Olympia-Bewerb wieder aufgerückte Diggins angehörten. Routinier Astrid Slind aus Norwegen war schon in Runde zwei ausgestiegen.

Heidi Weng (l.) und Ebba Andersson (r.)
Heidi Weng (l.) und Ebba Andersson (r.)(Bild: Andreas Tröster)

Skiwechsel als taktisches Element
Diggins hatte schon früh die Skier gewechselt, beim vierten Durchlauf taten das auch Andersson, Weng und Fosnaes. Stadlober verzichtete darauf, wohl um den Anschluss an die Gruppe nicht zu verlieren. Andersson kam unmittelbar nach dem Skiwechsel zwar zu Sturz, schloss aber schnell wieder zu Weng auf und setzte kurz darauf die entscheidende Gold-Attacke. Für die 28-Jährige ist es der erste Olympiasieg nach viermal Silber und einmal Bronze. Allein bei diesen Spielen wurde sie dreimal Zweite – im Skiathlon, über 10 km Skating sowie nach einem Sturz von ihr mit der Staffel.

Stadlober kam als Sechste ins Ziel.
Stadlober kam als Sechste ins Ziel.(Bild: Andreas Tröster)

Im Kampf um Bronze absolvierten Stadlober, Kälin und Niskanen ihren Skiwechsel nach der fünften Runde, wodurch die davor schon wieder etwas abgeschlagene Diggins am Trio vorbeiging. Sie und Fosnaes waren bald darauf aber wieder gestellt, die Fünfer-Gruppe wieder zusammen. Davor verpasste Weng zwar ihr erstes olympisches Einzel-Gold, für die 34-Jährige ist es nach dem Staffel-Sieg und Skiathlon-Silber aber doch die dritte Medaille bei diesen Spielen. Die Schwedinnen sind mit Titeln in allen Rennen bis auf die Staffel bei den Langläuferinnen aber das überragende Team.

ÖOC bilanziert mit 18 Medaillen
Bei Sonnenschein und bestem Wetter bejubelte Andersson 2:15,3 Min. vor Weng ihren Triumph. Im Kampf um Platz drei hatte Stadlober um 14,2 Sek. das Nachsehen. Sie hatte in der vorletzten Runde durch Führungsarbeit versucht, die um bald danach um die Polin Eliza Rucka-Michalek vergrößerte Gruppe eventuell zu sprengen, die Verfolgerinnen der Top zwei blieben jedoch fast bis zum Schluss beisammen. Kälin setzte sich kurz vor dem Ziel ab und holte 6:41,5 Min. zurück unerwartet Bronze. Sie hatte schon davor im Teamsprint Silber geholt.

Teresa Stadlober
Teresa Stadlober(Bild: GEPA)

Stadlober schließt ihre vierten Spiele bei vier Einsätzen mit vier Top-Ten-Plätzen ab. Über 10 km Skating und im Skiathlon war sie Siebente bzw. Neunte geworden, mit der Staffel Zehnte. „Es waren sicher gute Rennen. Aber wenn man schon öfter auf dem Podium war, hofft man auf ein Podium. Auch bei Olympischen Spielen war ich schon so oft Top Ten.“ Ob sie auch in Frankreich 2030 noch dabei sein wird, ließ sie weiter offen. „Vier Jahre noch einmal ist hart. Ein Jahr, die WM mache ich sicher noch. Sonst kann ich zufrieden auf meine olympische Karriere zurückblicken.“

Das ÖOC-Team schließt damit bei diesen Spielen wie in Peking 2022 mit 18 Medaillen ab, womit die Vorgabe von ÖOC-Präsident Horst Nussbaumer exakt erfüllt ist. Es gab je fünf Gold- und Bronze- sowie acht Silber-Medaillen. Diese Bilanz war bereits am Donnerstag festgestanden, an den letzten drei Wettkampftagen kam kein Podestplatz mehr dazu. Österreich geht Sommer- und Winterspiele zusammengerechnet mit insgesamt 99 Olympia-Goldmedaillen aus diesen Spielen heraus, die Chance auf Nummer 100 gibt es nun bei den Spielen in Los Angeles 2028.

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