EZB-Präsidentin Christine Lagarde wird einem Medienbericht zufolge voraussichtlich vorzeitig aus dem Amt scheiden. Es wird damit spekuliert, dass die Französin der französischen Regierung damit die Chance geben möchte, vor Emmanuel Macrons Präsidentschaftsende im kommenden Jahr noch eine wichtige finanzpolitische Entscheidung zu fällen.
Lagarde wolle ihren Posten vor der im April 2027 geplanten französischen Präsidentschaftswahl räumen, heißt es in einem Artikel der „Financial“ Times. Die Zeitung beruft sich dabei auf eine mit Lagardes Überlegungen vertraute Person.
Letzte finanzpolitische Entscheidung vor Wandel in Frankreich?
Sie wolle Frankreichs Präsident Macron und dem deutschen Bundeskanzler Friedrich Merz die Gelegenheit geben, eine neue Spitze für die Europäische Zentralbank zu finden und damit ihre Politik abzusichern. Macron darf 2027 nach zwei aufeinanderfolgenden Amtszeiten nicht erneut antreten.
Es wird gemunkelt, dass dieser Beschluss von der Angst geprägt wird, der nächste Präsident oder nächste Präsidentin könnte aus den Reihen der rechtspopulistischen Rassemblement National stemmen, die seit einiger Zeit in Umfragen vorne liegt und mit Gründerin Marine Le Pen gute Chancen hätte. Sie kämpft nach einer Verurteilung wegen Veruntreuung von EU-Geldern gegen eine Ämterverbot, welches ihr neben vier Jahren Haft (zwei Jahre Bewährung und die restliche Zeit Fußfesselregelung, Anm. d. Red.) und 100.000 Euro Geldstrafe auferlegt wurde. Derzeit läuft das Berufungsverfahren.
EZB-Sprecher dementiert: „Noch keine Entscheidung getroffen“
Laut „Financial Times“ hat Lagarde bereits mit Klaus Schwab, dem Gründer des Weltwirtschaftsforums, einen Wechsel an die Spitze der internationalen Organisation. Ein EZB-Sprecher erklärte in einer Reaktion auf den Artikel: „Lagarde konzentriere sich voll und ganz auf ihre Aufgabe und habe keine Entscheidung über das Ende ihrer Amtszeit getroffen.“
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.