„Gerechte Strafe“

Ehefrau in „Liebeszelle“ erwürgt: Zehn Jahre Haft

Ausland
18.02.2026 14:56
Porträt von krone.at
Von krone.at

Weil ein Häftling seine Ehefrau in einer sogenannten „Liebeszelle“ einer Haftanstalt im deutschen Bundesland Sachsen-Anhalt erwürgt hatte, musste sich der 38-Jährige vor Gericht verantworten. Stephan A. wurde nun wegen Totschlags zu zehn Jahren Haft verurteilt. 

A. befand sich am 3. April 2025 wegen Diebstahls und Betrugs in der Justizvollzugsanstalt Burg. Seine Ehefrau Franziska stattete ihm einen Besuch in einer Kontaktzelle ab. Die 35-Jährige überlebte diese Zusammenkunft jedoch nicht. A. galt davor als angepasster Häftling. 

Angeklagter sprach von „Sex-Unfall“
Gegen Ende der fünfstündigen Besuchszeit wurde die zweifache Mutter von dem Häftling erwürgt. A. versuchte vor Gericht, den Tod als tragische Folge eines „Sex-Unfalls“ darzustellen. Er erklärte, unter Einfluss von  „chemischen Cannabinoiden“ die Kontrolle verloren zu haben. Woher er die Substanzen hatte, darüber schwieg sich der Angeklagte aus.

Die Staatsanwältin forderte acht Jahre Haft, der Anwalt der Familie, die als Nebenklägerin auftrat, forderte sogar 13 Jahre. Die Verteidigerin von Stephan A. fand dagegen eine Haft von drei Jahren wegen fahrlässiger Tötung für angemessen. Das Gericht entschied schließlich, dass der Angeklagte für zehn weitere Jahre hinter Gitter soll. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. 

Richter geht von Streit in „Liebeszelle“ aus
„Die Kammer wertet das Geschehen – wie angeklagt – als Totschlag. Wir sehen ihre Version eines Sex-Unfalls als widerlegt“, erklärte der Vorsitzende Richter laut „Bild“. Man vermutet einen anderen Tatablauf, die A. vor Gericht präsentierte. „Sie haben ihre Ehefrau belogen. Franziska ging davon aus, dass sie wenige Tage später entlassen werden. Sie hatte bereits alles für die bevorstehende Entlassung vorbereitet. Als sie erfuhr, dass sie erst zu einem späteren Zeitpunkt entlassen werden, kam es mutmaßlich zu einem Streit“, so der Richter. 

Die Familie von Franziska zeigte sich nach der Urteilsverkündung zufrieden. „Wir sind froh, dass er eine gerechte Strafe bekommen hat“, sagt die Mutter des Opfers. Sie trug vor Gericht ein T-Shirt mit einem Bild ihrer getöteten Tochter. 

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Kostenlose Spiele
Vorteilswelt