„Sehen die Gefahren“

Immer mehr Österreicher für Social-Media-Limit

Österreich
16.02.2026 11:47
Porträt von krone.at
Von krone.at

Eine Mehrheit der Österreicherinnen und Österreicher befürwortet ein gesetzliches Mindestalter für die Nutzung von sozialen Medien. Das zeigt eine aktuelle Umfrage von „Marketagent“ unter 1000 Befragten. Acht von zehn Menschen halten Social Media für gefährlich.

Wie die „Krone“ bereits berichtete, findet die heiß diskutierte Altersgrenze für Social Media immer mehr Anklang unter den Österreichern. Das bestätigte jetzt eine neue Studie: 90 Prozent der Befragten sprachen sich für eine solche Altersgrenze aus. Im Schnitt sehen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer diese beim Alter von 15 Jahren als ideal an. Nur ein knappes Fünftel hält die Plattformen für sicher.

Wenige positive Aspekte, viele negative
Zwar werden positive Aspekte wahrgenommen, doch sie fallen im Vergleich deutlich schwächer aus. Als wichtigste Vorteile der Nutzung von Social-Media-Plattformen nannten die Befragten den leichten Zugang zu Wissen und Bildung (40 Prozent), soziale Vernetzung und Kommunikation, Austausch über gemeinsame Interessen (38 Prozent) sowie digitale Kompetenzen und frühzeitiger Umgang mit Technik (36 Prozent).

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Die breite Mehrheit sieht in Social Media ein reales Risiko für junge Menschen: von Cybermobbing, über sexualisierte Inhalte bis hin zu Suchtproblematiken.

Thomas Schwabl, Marketagent

Angst vor Übergriffen ist groß
Dem gegenüber stehen jedoch massive Sorgen, allen voran vor sexueller Belästigung (72 Prozent) bzw. sexualisierten Inhalten, Cybermobbing und übermäßiger Nutzung (71 Prozent). Über 60 Prozent der Befragten sehen auch Gewalt, Extremismus, Desinformation und mentalen Druck als relevante Gefahren.

„Ergebnis ist deutliches Signal für Politik“
„Die breite Mehrheit sieht in Social Media ein reales Risiko für junge Menschen: von Cybermobbing, über sexualisierte Inhalte bis hin zu Suchtproblematiken. Dass 90 Prozent ein gesetzliches Mindestalter fordern, ist ein deutliches Signal an Politik und Plattformbetreiber. Der Wunsch nach mehr Schutz und klaren Regeln ist gesellschaftlich längst angekommen“, fasste Thomas Schwabl, Gründer und Geschäftsführer von Marketagent, zusammen.

Eltern in der Pflicht
Wenn es um die Einhaltung von Altersgrenzen geht, sieht die Bevölkerung die Verantwortung primär bei den Erziehungsberechtigten: 38 Prozent nehmen hier die Eltern in die Pflicht, knapp jede dritte befragte Person die Plattformen selbst (32 Prozent), 19 Prozent den Staat. Gleichzeitig glaubt eine Mehrheit von 62 Prozent, dass Social-Media-Plattformen das Alter ihrer Nutzenden nicht verlässlich überprüfen können. Das Vertrauen in technische Alterskontrollen ist also begrenzt.

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