Weniger drin, teurer

Milka kassiert nächsten Verbraucher-Denkzettel

Wirtschaft
22.01.2026 15:48
Porträt von krone.at
Von krone.at

Sie ist eine der bekanntesten Schokoladentafeln im Supermarkt – und steht nun massiv in der Kritik: Die Milka Alpenmilch ist aus Sicht der deutschen Verbraucherinnen und Verbraucher die „Mogelpackung des Jahres 2025“. In einer Online-Abstimmung der Verbraucherzentrale Hamburg erhielt das Produkt mit großem Abstand die meisten Stimmen.

Zwei Drittel der Teilnehmenden stimmten für die Schokolade aus dem Hause Mondelez, wie die Verbraucherzentrale mitteilte. Hintergrund ist eine Änderung zu Beginn des Jahres 2025: Die Füllmenge der Tafel wurde von 100 auf 90 Gramm reduziert, während der Preis gleichzeitig von 1,49 Euro auf 1,99 Euro stieg.

Das entspricht einer Preiserhöhung von mehr als 48 Prozent. Laut Verbraucherzentrale sei die geringere Füllmenge im Supermarkt kaum erkennbar, da die Verpackung nahezu unverändert geblieben sei. Auch andere Milka-Schokoladensorten seien davon betroffen.

Noch nie so viele Verbraucher mitgestimmt
An der Abstimmung beteiligten sich 34.731 Verbraucherinnen und Verbraucher – so viele wie seit sechs Jahren nicht mehr. Noch nie habe ein Produkt in der zwölfjährigen Geschichte der Wahl einen derart hohen Stimmenanteil erreicht. „Das Abstimmungsergebnis ist ein Denkzettel, wie man ihn deutlicher kaum geben kann“, erklärte Armin Valet von der Verbraucherzentrale Hamburg.

Zur Auswahl standen neben der Milka Alpenmilch eine Käse-Streusel-Backmischung von Dr. Oetker, ein Schoko-Hafer-Müsli von Kölln, Kaffeesticks von Jacobs sowie ein Nudel-Fertiggericht von Knorr. Die Produkte stammen aus der sogenannten „Mogelpackungsliste“ der Verbraucherzentrale, auf der Fälle von aus Sicht der Organisation intransparenten Preiserhöhungen – häufig durch reduzierte Füllmengen – erfasst werden.

Kritik geht über Abstimmung hinaus
Die Kritik an Milka reicht jedoch über die Abstimmung hinaus. Bereits im Juli 2025 hatte die Verbraucherorganisation Foodwatch die Schokolade zur „dreistesten Werbelüge des Jahres“ gekürt. Zudem reichte die Verbraucherzentrale Hamburg Anfang September Klage gegen Mondelez beim Landgericht Bremen ein.

Begründet wurde dies mit dem fehlenden „deutlichen“ Hinweis auf die Reduzierung des Inhalts. Die Verhandlung ist für April angesetzt. Geklärt werden soll, ob die Füllmengenreduzierung nicht nur ärgerlich, sondern auch irreführend war.

Aus Sicht der Verbraucherzentrale ist nun auch die Politik gefordert. Deutschland hinke beim Schutz vor sogenannter Shrinkflation hinterher. In anderen Ländern, etwa in Österreich, gebe es bereits verbindliche Vorgaben, um versteckte Preiserhöhungen einzudämmen.

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