35 Jahre arbeitete Bürgermeister Johann Heisz (ÖVP) in genau jener Billa Filiale im Zentrum von Oberpullendorf, für deren Erhalt er sich bis zuletzt einsetzte. Am Ende reichten weder Gespräche mit dem Konzern noch über 1000 Unterschriften aus. Die Schließung mit Ende Mai ist jetzt endgültig fix.
Der Einsatz war groß, die Hoffnung gering und nun ist es traurige Gewissheit. Die Billa Filiale in der Oberpullendorfer Augasse wird mit 31. Mai geschlossen. Das teilte das Unternehmen auf Nachfrage der „Krone“ mit. Trotz intensiver Gespräche und einer Petition mit über 1000 Unterschriften bleibt die Entscheidung aufrecht.
Wir haben wirklich alles versucht. Der Einsatz war schon lange da, aber am Ende entscheidet ein Konzern nach Zahlen.
Bürgermeister Johann Heisz
Bürgermeister Johann Heisz macht aus seiner Enttäuschung keinen Hehl. „Wir haben wirklich alles versucht. Der Einsatz war schon lange da, aber am Ende entscheidet ein Konzern nach Zahlen“, sagt er. Ein letztes Gespräch sei zwar konstruktiv gewesen, geändert habe es jedoch nichts. „Man kann einem Unternehmen nicht vorschreiben, wie es seine Geschäfte zu führen hat. Aber für unsere Stadt ist das ein sehr schwerer Schlag.“
Persönlicher Einsatz
Für Johann Heisz ging es dabei nicht nur um Politik, sondern um ein Stück seiner eigenen Geschichte. 35 Jahre lang arbeitete er selbst in genau dieser Filiale, zuletzt als Leiter der Fleischabteilung. „Ich habe dort Generationen mitaufwachsen gesehen. Dass es jetzt so endet, tut mir persönlich sehr leid.“ Die Filiale wurde 1980 eröffnet und ist seit 45 Jahren fixer Bestandteil des Stadtzentrums.
Umbau vor fünf Jahren sorgt für Kritik
Besonders bitter sei für ihn, dass der Standort erst vor fünf Jahren umfassend umgebaut wurde, kritisiert der Ortschef. Damals sei der Markt rund dreiviertel Jahr geschlossen gewesen. Nach der Wiedereröffnung sei zudem die Feinkostabteilung aufgelassen worden. „Das war rückblickend eine klare Fehlentscheidung“, sagt Heisz. „Diese Maßnahmen haben dem Standort nicht gutgetan.“
1000 Unterschriften in zehn Tagen
Innerhalb von nur zehn Tagen unterschrieben über 1000 Menschen die Petition gegen die Schließung. In einer Stadt mit 3337 Einwohnern sei das ein starkes Zeichen, so der Bürgermeister. Heisz ging selbst von Geschäft zu Geschäft und sammelte Unterschriften. „Der Rückhalt aus der Bevölkerung war da. Umso bitterer ist es, dass wir damit nichts mehr bewegen konnten.“
Taxidienst als schwacher Trost für ältere Bevölkerung
Besonders schade sei es für die Bewohner des Betreubaren Wohnens in unmittelbarer Nähe. „Für viele von ihnen war die fußläufige Erreichbarkeit des Supermarktes ein entscheidender Grund für ihre Wohnwahl“, sagt der Ortschef.
Seitens des Unternehmens bleibt es aber dabei: der Betrieb der Filiale sei wirtschaftlich nicht mehr tragfähig, eine Schließung daher unumgänglich.
Zusätzlich bot Billa an, die Kosten für einen von der Gemeinde organisierten Taxi Shuttle Service zu übernehmen, um jenen Menschen zu helfen, die nicht selbst zu umliegenden Filialen fahren können.
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