Song Contest 2026

Anna-Sophie: „Will mit ganz Europa Party machen“

Musik
02.02.2026 06:00

Die „Krone“ stellt alle heimischen Kandidaten für den Song Contest vor. Die Steirerin Anna-Sophie gehört zu den bekannteren Gesichtern jener Künstler, die via „Vienna Calling“ (20. Februar, 20.15 Uhr, ORF 1) für Österreich zum ESC wollen. Sie versammelt Millionen Spotify-Streams, gehört zu den meistgespielten heimischen Künstlerinnen im Radio und kann auf jahrelange Bühnenerfahrung bauen. Uns erzählt sie, warum sie unbedingt auf die ganz große Bühne will.

kmm

„Krone“: Anna-Sophie, am 20. Februar versuchst du mit dem Song „Superhuman“ über die ORF-Sendung „Vienna Calling“ die Qualifikation für Österreich zum diesjährigen Song Contest in Wien. Was interessiert dich an dem Bewerb und wie hast du ihn bisher erlebt?
Anna-Sophie:
 Ich war schon immer ein großer Fan des Song Contest und dachte mir, dass es dieses Mal passt und ich mich einfach bewerbe. Beim Song Contest ist alles erlaubt. Jedes musikalische Genre, man kann sich anziehen wie man will und es gibt kaum Grenzen. Es ist Europas größte Bühne und wer träumt nicht davon, einmal auf dieser Bühne stehen zu dürfen? Ich will mit ganz Europa Party machen.

Wann wolltest du das erste Mal aktiv am Song Contest mitmachen, kannst du dich daran noch erinnern?
Mit zehn oder zwölf Jahren, wo sie mich sicher nicht genommen hätten. (lacht) Ich habe eine frühe Leidenschaft für Musik entwickelt und mir alles reingezogen, was es gegeben hat. Damals gab es Shows wie „Starmania“ oder „Die große Chance“ und natürlich auch jährlich den „Song Contest“. Ich war schon als Kind davon fasziniert, wie dort alles aufgezogen ist und es wird von Jahr zu Jahr bunter und pompöser. Die Bühnenbilder werden immer krasser. Ich würde gerne mal selbst auf so einer Bühne stehen und mich da oben verlaufen. (lacht)

Und am besten natürlich gleich gewinnen …
Es wäre schon mal cool, dabei zu sein. Ich denke da liebe step by step.

Wenn man von insgesamt 520 Bewerbern unter den besten zwölf gelandet ist, hat man auf jeden Fall schon viel erreicht. Das ist gesamt gesehen gar kein so hoher Prozentsatz.
Es war ein großes Ziel und meine kleine Hoffnung, in diese Show zu kommen und alles darauf wäre jetzt ein großer Zusatz. Ich bin ultrahappy, dass ich in so einer tollen Sendung ganz Österreich mein Lied vorstellen darf.

Anna-Sophie im ESC-Gespräch mit „Krone“-Redakteur Robert Fröwein.
Anna-Sophie im ESC-Gespräch mit „Krone“-Redakteur Robert Fröwein.(Bild: Eva Manhart)

Das Lied nennt sich „Superhuman“ – hast du es extra für den Song Contest geschrieben?
Nein, es entstand schon, bevor ich mich überhaupt bewerben wollte. Ich schreibe immer Songs, nicht gezielt auf irgendwelche Bewerbe hin. Wenn bei einem der Vibe wo gut dazupasst, dann kann man ihn aber gut einreichen und schauen, wohin er einen bringt. Das war letzten Sommer mit „Superhuman“ der Fall. Wir haben natürlich noch daran gefeilt, damit er rechtzeitig fertig wurde, aber der Grundstock war schon vorher da.

Du musstest dich mit dem Song ja bei einem Casting stellen – gegen die vielen Bewerber. Wie hat sich diese Drucksituation für dich angefühlt?
Gut. So als wäre ich bei einer TV-Aufzeichnung. Ein bisschen wie bei „Guten Morgen Österreich“. Ein paar Leute stecken dir Mikrofone an und dann performst du. Ich habe mich natürlich auf den Auftritt vorbereitet und kurz davor gemerkt, dass die Nervosität sehr groß war, weil es doch ein sehr wichtiges Projekt ist. Während der Performance war ich voll gechillt, es herrschte dort eine sehr familiäre Atmosphäre.

Aus welchen Motiven heraus hast du „Superhuman“ geschrieben? Worum dreht sich der Song?
Viele Menschen fühlen sich im Leben oft zu klein oder zu wenig. Nicht nur in meinem Alter, aber da fällt es mir natürlich besonders auf. Dieses Lied soll dem offensiv entgegenwirken. Ich bin ein Powergirl und hypnotisierend. Ich tanze durchs Leben, auch wenn es für andere vielleicht gerade nichts zum Tanzen gibt. Ich mache es trotzdem, weil ich an mich glaube. Sollten andere nicht an mich glauben, glaube ich so fest selbst an mich, dass ich andere damit überzeugen kann – die Superkraft sozusagen. Das macht mich zum „Superhuman“.

Hast du dir dieses Selbstvertrauen über die Jahre als Sängerin und Musikerin aufgebaut?
Ja, aber ich in auch froh, dass ich heute vor Auftritten nicht mehr so nervös bin, denn vor ein paar Jahren ist mir die „Pumpen“ noch die ganze Zeit gegangen. (lacht) Eine Grundnervosität ist immer da und es ist auch völlig okay, wenn man zwischendurch an sich und seinen Fähigkeiten zweifelt. Das ist gesund, weil man sich pusht und dadurch noch besser wird. Ich mache auch Gesangscoaching und weiß, dass man immer besser werden und dazulernen kann. Es gibt im Leben immer Leute, die besser sind und von denen du dir was abschauen kannst.

Fokussiert: Seit frühen Kindheitstagen ist Anna-Sophie der Musik verfallen. Schon seit einiger ...
Fokussiert: Seit frühen Kindheitstagen ist Anna-Sophie der Musik verfallen. Schon seit einiger Zeit erntete sie die Früchte für die harte Arbeit.(Bild: Eva Manhart)

Du bist eine Frau, die als Sängerin klare Ziele vor Augen hat. Welchen Stellenwert hat dabei der Song Contest?
Er ist ein wichtiges Ziel, das ich versuche, zu manifestieren. Ich hätte mich nicht beworben, würde ich nicht unbedingt dabei sein wollen. Es wäre okay für mich, wenn es heuer noch nicht reicht, aber ich würde Österreich wirklich gerne in Österreich repräsentieren wollen. So oft ist der Song Contest auch wieder nicht in der Wiener Stadthalle.

Was macht denn einen guten Song-Contest-Song aus und warum ist deiner ein solcher?
Ich bin meinem üblichen Schreibstil treu geblieben. Es ist ein flotter Song mit eingängiger Melodie, zu dem man tanzen und Party machen kann. Das ist der Sound, den ich auch privat höre und der authentisch ist. Ich hoffe, dass ihn die Leute so annehmen.

Dein Song ist auf Englisch, die Sprache, in der du hauptsächlich singst. Liegt sie dir mehr als Deutsch?
Das ist eine gute Frage, jedenfalls will ich damit nichts verstecken. Meine Songs sind immer sehr persönlich und autobiografisch und ich habe keine Hemmungen, auch mal Details über mein Privatleben darin auszuplaudern. In der Schule habe ich meine ersten Songs auf Englisch geschrieben, das war für mich ganz natürlich. Als dann erste Produzenten auf mich zukamen, meinten sie, ich solle mir das Leben nicht unnötig schwer machen und es lieber mit Deutsch probieren. Sie sagten, so käme man in Österreich schneller weiter, man könne auch viel schneller Kontakt im Musikbusiness aufbauen – also habe ich es probiert. Als ich dann meinen ersten Plattenvertrag bekam, wünschte sich das Label was auf Englisch. Gut – dann aber richtig. Wobei die Sprache für mich zweitrangig ist. Ich kann gut Englisch und es passt gut zu meinem Sound.

Da der Song Contest eine riesengroße Party ist, kommt es auch auf das Bühnenbild und die Performance an. Schwebt dir schon vor, wie du „Superhuman“ visuell umsetzen wirst?
Ich habe viele Ideen, bin aber jemand, der seine Ideen gerne alle fünf Minuten wieder umschwenkt. Mehr dazu aber bald. (lacht)

Der Song Contest in Wien wird auch politischer als je zuvor. Wie gehst du mit dieser Situation um?
Ich bin aus gutem Grund Künstlerin und Musikerin und keine Politikerin. Ich finde, dass wir Künstler nicht für irgendwelche politischen Entscheidungen verantwortlich sind. Ich bin glücklich, dass ich Musik machen darf und die Chance habe, beim ESC dabei zu sein. So passt das für mich, ohne dass ich mich weiter dazu äußere.

Steckbrief

Name: Anna-Sophie

Mein Song für den ESC: „Superhuman“

Herkunft: Steiermark

Musikalisches Idol: Taylor Swift

Liebster heimischer Song-Contest-Teilnehmer: Conchita Wurst

Liebster ESC-Song: „Rise Like A Phoenix“ (Conchita Wurst, 2014)

Diesen Platz hole ich beim ESC für Österreich: Wenn ich teilnehme, dann habe ich schon gewonnen

Du hast beachtliche Spotify-Zahlen, einen Plattenvertrag und irrsinnig viele Konzerte am Buckel – du bist eine der wenigen Künstlerinnen, die man bei „Vienna Calling“ schon besser kennt. Wird das ein Vorteil sein?
Ich weiß es nicht, aber ich sehe uns auch nicht als zwölf Konkurrentinnen, sondern unterschiedliche tolle Talente, wo es jede und jeder verdient hat, in diesem Vorentscheid zu stehen und um den ESC-Platz zu kämpfen. Österreich entscheidet, wen es in der Wiener Stadthalle sehen will und diese Entscheidung passt.

Du schreibst alle deine Lieder selbst, das ist gerade im Popsegment heutzutage gar nicht mehr so oft der Fall …
Das ist mir aus mehreren Aspekten sehr wichtig. Allein schon deshalb, weil ich mir meine Texte viel leichter merke, wenn ich sie selbst schreibe. Für mich ist Musik so echt und ich möchte selbst echt sein. Ich bin auf der Bühne genauso, wie ich daheim bin. Ich bin immer dieselbe Anna-Sophie, ich könnte mich gar nicht verstellen. Natürlich helfen mir andere Songwriter, weil es wichtig ist, andere Meinungen einzuholen und Richtungen auszuloten, aber die Grundidee eines Lieds kommt immer von mir. Das ist gesetzt.

Legst du dir für „Vienna Calling“ eine gewisse Taktik zurecht? Ist das überhaupt möglich?
Ich bin nicht so der Mensch für die große Taktik. Meine Entscheidungen kommen immer aus dem Bauch und dem Herz heraus. Meine Entscheidungen sind teilweise sehr unlogisch, also werde ich in die Sendung gehen, mein Bestes geben und so viel Spaß wie möglich haben.

Du kannst seit gut vier Jahren von der Musik leben. Ein Traum, den sich viele gerne erfüllen wollen. Hast du alles auf eine Karte gesetzt und es ging auf?
Ich kann das, was ich wirklich über alles liebe, 24 Stunden am Tag machen und das ist mehr, als ich mir je gewünscht habe. Die zwölfjährige Anna-Sophie könnte den ganzen Tag nichts mehr tun, wenn sie wüsste, wie es heute aussieht. (lacht) Ich bin sehr dankbar für das, was bisher in meinem Leben passiert ist und werde alles dafür tun, damit es hoffentlich ein bisschen länger noch so weitergeht.

Du stammst aus dem beschaulichen Kitzeck im Sausal, eine kleine Gemeinde im steirischen Bezirk Leibnitz. Wann war der Moment, in dem du endgültig tief in die Welt der Musik eingetaucht bist?
Mein Papa ist Landwirt und meine Mutter arbeitet in einer Kanzlei. Niemand aus meiner Familie hatte etwas mit Musik zu tun, aber bei mir war dieser Traum immer da. Natürlich gab es Unsicherheiten und man weiß nicht, wie viel Energie man reinstecken soll. Ich ging dann eine Zeit lang in die Schweiz, um Wirtschaft zu studieren, weil ich damit irgendwann wenigstens einen fixen Job haben würde. Dann kam ich mit einem Lied durch Zufall erstmals in die Nachtrotation von Ö3, kurz darauf kam mein Cover von Kim Wildes „Cambodia“, das in den Charts nach oben kletterte.

Die Kameras ist die Steirerin aus dem beschaulicen Kitzeck im Sausal mittlerweile gewohnt – für ...
Die Kameras ist die Steirerin aus dem beschaulicen Kitzeck im Sausal mittlerweile gewohnt – für die großen Bühnen ist sie längst bereit.(Bild: Eva Manhart)

So ging es dann weiter, bis sich Studium und Musiktermine nicht mehr vereinbaren ließen. Da gab es wilde Geschichten. Ich war eingeladen im „Ö3-Wecker“ und müsste gleichzeitig in der Schweiz eine Buchhaltungsprüfung schreiben. Natürlich habe ich die gespritzt und bin bei Robert Kratky reingeschnitten. Das war dann immer öfters der Fall. Mein damaliges Label sagte auch, wir müssten jetzt die Chance nützen und auf 100 Prozent gehen. Man lebt nur einmal und da muss man öfters alles auf eine Karte setzen und probieren.

Was machst du eigentlich, wenn du nicht singst, Songs schreibst oder auf einer Bühne stehst?
Ich bin irrsinnig gerne daheim in der Natur und genieße die Ruhe. Ich bin nicht so der Stadtmensch, weshalb ich noch daheim bei der Landwirtschaft wohne. Ich arbeite auch gerne mit, helfe beim Anbauen und Ernten oder wenn mal wieder was für den Kernölverkauf zu tun ist. Dazu sportle ich viel. Musik ist mein Hobby und mein Beruf. Am schönsten ist es, wenn ich den ganzen Tag im Pyjama bleiben kann und dabei Klavier spiele.

Wer wird denn deine härteste Konkurrenz bei „Vienna Calling“?
Ich freue mich auf jeden, der dabei ist, weil es sich alle verdient haben. Ich bin unheimlich gespannt auf die Performances der anderen. Ich probiere mein Bestes, lehne mich sonst zurück und schaue mir an, was da so abgeht. Es wird sicher ein extrem lustiger Abend werden.

Hast du einen wichtigen Glücksbringer?
Keinen physischen, aber meine Oma. Sie war die erste, die gesagt hat, dass aus mir trotz guter Schul- und Uni-Noten in erster Linie eine Sängerin werden wird. Wenn ich daheim Klavier gespielt habe, ist sie immer dagesessen und hat zugehört. Wir haben 18 Jahre lang unterm selben Dach gewohnt und hatten eine unheimlich starke Verbindung zueinander. Es war sehr schwer für mich, als sie nicht mehr da war. 2020 wurde ich das erste Mal auf Radio Steiermark gespielt und das hat sie noch mitgekriegt. Da war sie schon im Krankenhaus, sagte mir aber: „Jetzt geht’s los“. Vor jedem Auftritt mache ich ein Kreuzzeichen, schaue zum Himmel und sage: „Das ist für dich, Oma“. Ansonsten male ich mir vor Auftritten eine Schutzrune auf den Körper, die positive Energie fördert.

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