„Ich will meine Stimme nicht mehr nutzen!“ In einer neuen Dokumentation, die jetzt Premiere auf dem Sundance Film Festival feierte, spricht Amber Heard erstmals offen über die Nachwirkungen der juristischen Niederlage gegen ihren Ex-Mann Johnny Depp – ein Prozess, der sie nach eigenen Worten letztlich „sprachlos zurückgelassen“ habe.
In „Silenced“, einem Film der Regisseurin Selina Miles und der internationalen Menschenrechtsanwältin Jennifer Robinson, werden die Erfahrungen von Frauen dokumentiert, die durch Verleumdungsklagen zum Schweigen gebracht wurden. Zu ihnen zählt auch Heard, die sich eigenen Angaben zufolge nur zur Mitwirkung bereit erklärte, um „Bewusstsein für die tiefgreifenden persönlichen Auswirkungen solcher juristischer Auseinandersetzungen zu schaffen“.
Die Schauspielerin betont, dass es dabei nicht um sie gehe: „Ich habe meine Fähigkeit zu sprechen verloren. Ich bin nicht hier, um meine Geschichte zu erzählen. Ich möchte meine Geschichte nicht erzählen. Offen gesagt möchte ich meine Stimme überhaupt nicht mehr benutzen - und genau das ist das Problem.“
Aufsehenerregender Verleumdungsprozess
Im Jahr 2022 standen sich Depp und Heard in einem aufsehenerregenden Verleumdungsprozess gegenüber. Depp verklagte Heard auf 50 Millionen US-Dollar wegen eines Gastbeitrags, den sie 2018 für die „Washington Post“ verfasst hatte und in dem sie angab, Opfer häuslicher Gewalt gewesen zu sein. Heard reichte ihrerseits eine Gegenklage über 100 Millionen US-Dollar ein und beschuldigte ihren Ex-Mann, versucht zu haben, sie „zu zerstören und zu diffamieren“. „Der Ausgang dieses Prozesses hing von meiner Beteiligung ab – und ich hing vom Ausgang dieses Prozesses ab“, sagt Heard. Am Ende entschied Depp den Prozess für sich. Die Jury sprach ihm 10 Millionen US-Dollar Schadenersatz zu, gewährte jedoch auch Heard 2 Millionen US-Dollar. Aus Depps Umfeld hieß es später, die Einigung sehe eine Zahlung von 1 Million US-Dollar von Heard an Depp vor, um sämtliche finanzielle Ansprüche beizulegen.
Zielscheibe öffentlichen Spotts
Die Dokumentation zeigt zudem, wie Heard bereits während des Prozesses zur Zielscheibe öffentlichen Spotts wurde. Die heute 39-Jährige sagt rückblickend: „Ich habe nicht verstanden, dass es für mich als Frau, die ihre Stimme erhebt, noch so viel schlimmer werden könnte.“ Zugleich gebe ihr die Solidarität anderer Kraft. Es stärke sie zu sehen, „dass andere Frauen mutig genug sind, das Machtungleichgewicht anzusprechen“. Mit Blick auf ihre Tochter fügt sie hinzu: „Wenn ich in ihr Gesicht schaue, wie sie aufwächst und langsam in diese Welt hineintritt, glaube ich, dass es besser werden kann.“
Flucht aus den USA
Heard und Depp hatten 2015 geheiratet, trennten sich jedoch bereits ein Jahr später. Weniger als eine Woche nach Einreichung der Scheidung beantragte Heard eine einstweilige Verfügung gegen ihren Ehemann wegen Vorwürfen häuslicher Gewalt. Nur einen Tag vor der angesetzten Anhörung einigten sich beide auf eine Scheidungsvereinbarung über 7 Millionen US-Dollar. Die Scheidung wurde 2017 rechtskräftig – bevor mit Heards Gastkolumne das eigentliche Drama erst begann.
Heard hatte nach ihrer Gerichtsniederlage Kalifornien verlassen und hatte sich ganz aus dem Rampenlicht nach Spanien zurückgezogen.
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