Rücktrittsforderungen

Ungarn-Minister zu Roma: „Sollen Toiletten putzen“

Außenpolitik
26.01.2026 16:21
Porträt von krone.at
Von krone.at

In Ungarn hat der Minister für Bau- und Verkehrswesen für einen Skandal gesorgt: János Lázar sprach in einem Bürgerforum abwertend von den Roma. Die „Zigeuner“ sollen „Toiletten putzen“, sagte er. Viele fordern jetzt seinen Rücktritt.

Die rechtsnationale Regierungspartei Fidesz sieht sich vor den Wahlen mit einem Skandal belastet. János Lázar hatte jüngst auf einem Bürgerforum im Zusammenhang mit Arbeitskräftemangel die ungarischen Roma attackiert und zum Putzen von Zugtoiletten degradiert. Da es keine Migranten gebe, müssten die „Zigeuner“ die Toiletten in Zügen reinigen, weil sich keine „Ungarn“ um diese Arbeiten reißen würden, sagte Lázár.

Kritiker fordern Rücktritt
Diese Äußerung des Ministers stieß eine Welle des Volkszorns gegen ihn los. Vertreter der Landesselbstverwaltung der ungarischen Roma, Aktivisten, Künstler, bisher mit Fidesz sympathisierende Roma-Prominente und Oppositionspolitiker forderten den Rücktritt des Ministers. Dieser entschuldigte sich später: Seine Äußerung täte ihm leid. Er habe immer für die Roma gearbeitet, nicht gegen sie. Tage später brach auch der Staatssekretär für Roma-Angelegenheiten, Attila Sztojka, sein Schweigen. Für ihn sei die Angelegenheit mit der Entschuldigung des Ministers beigelegt.

Fidesz braucht die Roma-Wähler
Seit dem Begnadigungsskandal, der Staatspräsidentin Katalin Novak das Amt kostete, sei der aktuelle Lázár-Eklat der größte Kommunikationsfehler auf der Regierungsseite, sagte Politikwissenschaftler Dániel Róna. Für die Schwere der Äußerungen des Ministers würde sprechen, dass sogar Menschen darauf reagierten, die sich zuvor nicht mit Politik beschäftigten. Lázár habe mit der „WC-Bürste“ ein Symbol gegen sich selbst geschaffen. Ohne die Unterstützung der großen Mehrheit der Roma werde Fidesz wahrscheinlich nicht an der Macht bleiben können, prophezeite er. Im Falle einer Wahlniederlage könnte Lázár bei der Suche nach dem Sündenbock selbst die Nummer Eins sein.

Lázár als Gefahr für seine Partei
Der ehemalige Mann für Minderheiten, Jenö Kaltenbach, betonte im Onlineportal „Népszava.hu“: „Nach einer solchen vulgären Äußerung kann man in einer zivilisierten Demokratie nicht in der Politik bleiben.“ Die Aussage würde einen zu schweren Ansehensverlust für die Partei des Ministers bedeuten. Das „kann nicht ohne Sanktionen bleiben“. Lázár habe mit seiner Äußerung die in Ungarn existierende Roma-Feindlichkeit schamlos ausgenutzt, kritisierte Kaltenbach. Die Worte des Ministers könnten dann eine große Wirkung erzielen, wenn es der oppositionellen TISZA-Partei von Péter Magyar gelingt, diese auch den Roma-Wählern zu vermitteln.

Roma immer noch von Ausgrenzung und Armut betroffen
Die größte Volksgruppe in Ungarn sind die Roma mit rund 700.000 Angehörigen, die von Ausgrenzung, Armut, Arbeitslosigkeit und Bildungsmangel betroffen sind. Im Vorfeld von Wahlen gab es immer wieder Kritik seitens der Volksgruppe, dass die Roma nur dann Aufmerksamkeit genössen.

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