Intrige, Mord, Untergang: Der Kampf ums Geld und die Weltherrschaft machen Richard Wagners Nibelungen-Drama höchst brisant. Auch auf großen Opernbühnen. Ein Rundblick.
Rheintochter Wellgunde bringt es auf den Punkt: „Der Welt Erbe gewänne zu eigen, wer aus dem Rheingold schüfe den Ring, der maßlose Macht ihm verlieh.“ In unserer Gegenwart scheint Wagners Tetralogie der Opernstoff der Stunde. Am Ende geht die bestehende Ordnung im Flammeninferno auf, nachdem der Liebe zugunsten des Gierens nach Macht und Geld abgeschworen wurde. Aktuell arbeitet sich daher gefühlt die halbe Opernwelt an dem Opernmonster ab.
In Wien gibt es ab Mai noch einmal die Bechtolf-Inszenierung. Wenn der Plan hält, sollte Staatsoperndirektor Bogdan Roščić in der nächsten Saison seine Neuproduktion mit Christian Thielemann am Pult und Ersan Mondtag im Regiesessel starten.
Er hätte wohl auch gerne mit Regisseur Kirill Serebrennikov seinen „Ring“ geschmiedet. Doch haben sich den die Osterfestspiele Salzburg geschnappt, für die Wiederkehr der Berliner Philharmoniker unter Kirill Petrenko mit „Rheingold“.
Im nahen München gab es diesen „Vorabend“ des Vierteilers im Oktober 2024 in der vielversprechenden Regie von Tobias Gratzer – die Fortsetzung folgt mit „Walküre“ im Juni. Schon im Februar erlebt Mailand in David McVicars Fantasy-Inszenierung seine „Götterdämmerung“ und bringt im März einen ersten Durchlauf. Den schafft Paris, 2025 gestartet, erst im November.
Mailänder Scala Am 1. Februar hat der letzte Teil „Götterdämmerung“ Premiere. Alexander Soddy dirigiert alternierend mit Simone Young. David McVicar führt Regie. Es singt das Trio Vogt, Nylund & Volle. Der gesamte „Ring“ läuft dann von 10. bis 15. März.
Osterfestspiele Für die Rückkehr zum einstigen Karajan-Festival nach Salzburg starten die Berliner Philharmoniker unter Kirill Petrenko mit „Rheingold“ (27. 3.). Kirill Serebrennikov inszeniert in der Felsenreitschule. Christian Gerhaher singt den Wotan.
Wiener Staatsoper Ab 19. Mai dirigiert der in Bayreuth für seinen „Parsifal“ gefeierte Spanier Pablo Heras-Casado seinen ersten Wiener „Ring“. Andreas Schager ist Siegfried, seine Brünnhilde heißt Camilla Nylund und Wotan/Wanderer ist Michael Volle.
Die Bayerische Staatsoper setzt ihren Zyklus mit der „Walküre“ am 25. Juni bei den Opernfestspielen fort. Hamburgs Opernintendant Tobias Gratzer führt Regie. GMD Vladimir Jurowski dirigiert. Wotan ist der gefeierte junge US-Bariton Nicholas Brownlee.
Festspiele Bayreuth „Der ‘Ring‘ in Bewegung – ein Experiment. Eine Einladung“ – Solches kündigt das vor 150 Jahren von Wagner gegründete Festival ab 27. Juli an. Spezialist Marcus Lobbes visualisiert den „Ring“ mit bildgebenden Verfahren, künstlicher Intelligenz und Holografie.
Opéra Bastille Soeben wurde Andreas Schager als neuer Pariser Siegfried bejubelt. Regisseur Calixto Bieito möchte sich für seine, zumindest im „Rheingold“, matte Regie erst nach der „Götterdämmerung“ dem Publikum stellen. Am 13. November ist es so weit.
Im Wagner-Heiligtum Bayreuth setzt man zum 150. Festspiel-Geburtstag auch aus Spargründen auf eine kuratierte KI-Fassung. Allerdings dirigiert Christian Thielemann die heuer viel beschäftigte Spitzen-Besetzung: Claus Florian Vogt (Siegfried), Camilla Nylund (Brünnhilde) & Michael Volle (Wotan).
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