Die erste Partie unter Neo-Sturm-Trainer Fabio Ingolitsch ist geschlagen – und der Fußballmeister muss eine am Ende klare 0:3-Niederlage in Rotterdam aufarbeiten. Während man bei einem Klub wie Feyenoord schon verlieren kann, betrieben die Grazer auch viel Selbstkritik. Die Stimmen zum ersten schwarz-weißen Pflichtspiel 2026.
Wir werden „all in“ gehen, auf Sieg spielen“, versprach Sturms neuer Trainer Fabio Ingolitsch vor der Partie gegen Feyenoord und zückte im Aufstellungspoker überraschend einen Joker.
Der Neo-Coach schmiss gleich einmal Luca Weinhandl ins eiskalte Wasser von Rotterdam. Der Youngster feierte sein Debüt für Sturm ausgerechnet im Europacup. Was für eine Bühne! Der Mittelfeldspieler, der am 11. Jänner gerade erst seinen 17. Geburtstag gefeiert hat, konnte aber ebenso wenig wie Goalie Daniil Khudyakov, der nach seiner Handverletzung erstmals wieder seit Dezember 2024 in einem Pflichtspiel der Grazer im Tor gestanden war, den frühen Rückstand verhindern. Watanabe war nach einem Corner per Kopf zur Stelle – 1:0 (6.).
Wir waren ganz gut im Match, aber mit diesem frühen Gegentor war es natürlich hart für uns. Leider war es wieder eine Standard, wie so oft...
Otar Kiteishvili
Sturm tat sich in der Folge im De Kuip schwer, Feyenoord hatte alles im Griff, stand vor allem in der Defensive sehr stabil. Da gab es für die Grazer kein Durchkommen. Die einzig nennenswerte Aktion in der ersten Hälfte gab es über – nona – Spielmacher Kiteishvili, der Jatta den Ball in den Lauf spielte. Doch der Norweger lupfte den Ball nach 15 Minuten knapp am Tor vorbei. Das war zu wenig. Auch insgesamt war das Spiel arm an Torchancen, fehlte es beiden (!) Mannschaften an Spielwitz und Entschlossenheit.
Wir haben gezeigt, dass der Weg schon stimmt. Aus dem Spiel hat Feyenoord nicht so viele Chancen gehabt. Aber wir waren nicht reif, nicht erwachsen genug.
Tim Oermann
„Nicht erwachsen genug“
Auch im zweiten Durchgang kam der Sturm-Motor nach der Winterpause noch nicht recht auf Betriebstemperatur. Die Niederländer wurden stattdessen im Laufe der Zeit immer bissiger, waren dem zweiten Tor stets näher als Sturm. Sinnbildlich: In der 67. Minute fabrizierte Kiteishvili mit einem „Schüsschen“ aus der Distanz die zweite Torchance. Im Gegenzug sorgte Feyenoord für die Entscheidung: Weil Goalie Wellenreuther das Spiel nach der Kiteishvili-Aktion schnell machte, am Ende Moussa trocken einnetzte und das Stadion kurz beben ließ – 2:0. Auch weil der Treffer – trotz eines kurzen VAR-Checks wegen vermeintlichem Foulspiel – zählte.
Sturms Trainereffekt war damit vorerst einmal verpufft, vom viel zitierten „frischen Wind“ war am Spielfeld noch nicht viel zu spüren. Kurz vor Schluss fixierte Borges (90.) dann noch den mehr als verdienten 3:0-Endstand. Damit haben sich Sturms Europa-Ambitionen vor dem letzten Spiel am kommenden Donnerstag zuhause in Liebenau gegen die Norweger von Brann Bergen erledigt.
Auf dem Niveau wie in der Europa League machen Dinge wie Standardsituationen den Unterschied – da müssen wir endlich besser werden.
Jon Gorenc Stankovic
Wie ein Kaugummi
Da feiert Neo-Coach Fabio Ingolitsch seine Heimpremiere. In Rotterdam war der Salzburger geknickt. „Weil wir in den Duellen Mann gegen Mann die Qualität haben vermissen lassen, gefühlt jedes 50/50-Duell verloren haben. Dazu haben wir vorne bei den Stürmern einfach keine Bälle festmachen können. Und das Standard-Thema zieht sich schon wie ein Kaugummi durch die Europacup-Saison.“
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