Demokraten besorgt:

„Trump macht uns zum Rüpel auf dem Schulhof“

Außenpolitik
21.01.2026 17:45
Porträt von krone.at
Von krone.at

US-Präsident Donald Trump hat am Mittwoch auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos „sofortige Verhandlungen“ zur Übernahme Grönlands gefordert. Das Vorgehen sei „total bescheuert“, hatte der demokratische Gouverneur des US-Bundesstaats Kentucky, Andy Beshar, zuvor noch gesagt. Trump habe die USA zum „Rüpel auf dem Schulhof“ gemacht.

„Wir sind erst im ersten Jahr einer vierjährigen Amtszeit, und das Ausmaß des angerichteten Schadens wird uns noch sehr lange belasten“, prognostizierte Gretchen Whitmer, demokratische Gouverneurin des US-Bundesstaats Michigan. „Die Sache mit Grönland ist schon etwas seltsam, denn wir können ja bereits Militärbasen auf Grönland errichten“, kommentierte selbst der republikanische Gouverneur des US-Bundesstaats Oklahoma, Kevin Stitt.

Die Demokratinnen und Demokraten verwiesen auf Umfragen, wonach die Bevölkerung der USA gegen eine Übernahme Grönlands sei. Trump will die dänische Regierung derzeit dazu bringen, die Insel zu verkaufen, damit er für die nötige Sicherheit in der Arktis sorgen könne. In seiner Rede beim Weltwirtschaftsforum in Davos am Mittwoch sagte er, keine Gewalt anzuwenden. Er verhandle stattdessen.

Von der Leyen: „Stehen am Scheideweg“
„Es ist eine Nation mit eigener Souveränität und eigenem Recht auf territoriale Integrität. Und über die Zukunft Grönlands entscheiden nur die Grönländer“, sagte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Mittwoch. Man werde schwierige Entscheidungen treffen und alles Handeln im größeren Zusammenhang sehen müssen. „Wir stehen an einem Scheideweg“, sagte sie in Bezug auf die Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und Europa.

EU-Ratspräsident António Costa sagte, dass die EU bereit sei, sich gegen jede Form von Zwang zu verteidigen. Die internationale regelbasierte Ordnung würde derzeit ausgehöhlt, zentrale Allianzen würden infrage gestellt. „Wir können nicht akzeptieren, dass das Recht des Stärkeren über die Rechte der Schwächsten gestellt wird“, sagte Costa. Die Staats- und Regierungschefinnen und -chefs der EU-Staaten kommen am Donnerstagabend in Brüssel zusammen, um über den Grönland-Konflikt zu sprechen. 

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