Verwechslung in Davos

Trump will ohne Gewalt zu „einem Brocken Eis“

Außenpolitik
21.01.2026 17:26
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Von krone.at

US-Präsident Donald Trump hat am Mittwoch „sofortige Verhandlungen“ zur Übernahme Grönlands gefordert. Gewalt werde das US-Militär aber nicht anwenden, beruhigte er. In seiner Rede verwechselte er die Arktis-Insel gleich mehrfach mit Island.

„Ich muss keine Gewalt anwenden, ich will keine Gewalt anwenden, ich werde keine Gewalt anwenden“, sagte er auf dem Weltwirtschaftsforum in der Schweiz. „Das ist wahrscheinlich die wichtigste Aussage, die ich gemacht habe, denn die Leute dachten, ich würde Gewalt anwenden“, fügte er hinzu. Er setze lieber auf Verhandlungen. Mit wem das Weiße Haus eine solche führen würde, sagte er aber nicht. Die dänische Regierung und weitere europäische Regierungen hatten stets betont, dass die Arktis-Insel nicht zum Verkauf stehe.

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Die USA waren dumm, Grönland nach dem Zweiten Weltkrieg an Dänemark zu verkaufen.

US-Präsident Donald Trump in Davos

„Die USA waren dumm, Grönland nach dem Zweiten Weltkrieg an Dänemark zurückzugeben“, sagte Trump. Man habe Dänemark im Zweiten Weltkrieg gerettet und nun sei das Land undankbar. Ein Kauf würde die Sicherheit der NATO erhöhen und sei keine Bedrohung für das Militärbündnis. Ihm gehe es gar nicht, wie vielfach behauptet, um den Abbau von Rohstoffen wie Seltene Erden, die Hunderte Meter unter dem Eis liegen. „Wir brauchen es für die strategische nationale und internationale Sicherheit“, sagte Trump über Grönland. Eine Übernahme sei auch „gut für Europa“. Die NATO nehme viel, gebe aber wenig. Er wolle auf Grönland einen Schutzschild errichten, um Nordamerika zu verteidigen.

US-Präsident Donald Trump hat Grönland mehrfach mit Island verwechselt.
US-Präsident Donald Trump hat Grönland mehrfach mit Island verwechselt.(Bild: AP/Markus Schreiber)

Aus Grön- wird plötzlich Island
Bei seinem energetischen Plädoyer hat er die Insel gleich mehrfach mit dem Inselstaat Island verwechselt. „Ich habe der NATO immer geholfen, und sie mochten mich, bis ich sie vor Kurzem auf Island angesprochen habe“, sagte er etwa. Island habe die USA schon eine Menge Geld gekostet. Eine Erklärung für die Verwechslung könnte die sprachliche Nähe von „Iceland“ (Island) zu „ice“ (Eis) sein. Zuvor hatte Trump Grönland nämlich als „Brocken Eis“ bezeichnet. „Alles, worum ich bitte, ist ein Stück Eis – kalt und schlecht gelegen“.

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Alles, worum ich bitte, ist ein Stück Eis – kalt und schlecht gelegen.

Trump über Grönland

Die Stimmung dieser Gespräche könnte jedoch getrübt sein, da Trump Europa in seiner Rede wieder scharf kritisiert hat. Der Kontinent kämpfe mit „unkontrollierter Massenmigration und endlosen Importen aus dem Ausland“, es werde bald zu einem „katastrophalen Zusammenbruch“ der Energieversorgung kommen. Für Letzteres machte er den Ausbau grüner Energieträger verantwortlich.

Inszeniert sich als Retter Venezuelas
Der Republikaner lobte außerdem seine eigene umstrittene Wirtschafts- und Zollpolitik, die Haushaltspolitik und den angeordneten Angriff auf Venezuela. „Venezuela wird in den nächsten sechs Monaten mehr Geld verdienen als in den vergangenen 20 Jahren, alle großen Ölkonzerne kommen ins Land. Es ist unglaublich“, sagte Trump. Vor 20 Jahren sei Venezuela noch ein großartiges Land gewesen, die USA würden bei den Problemen nun helfen.

Auch Österreichs Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) ist in Davos. Sein Schwerpunkt bei den Arbeitstreffen ist die Frage, wie die jüngst beschlossene österreichische Industriestrategie umgesetzt werden kann. „Gerade in geopolitisch herausfordernden Zeiten ist der Dialog wichtiger denn je: Wirtschaftliche Zusammenarbeit schafft Vertrauen, stärkt Stabilität und ist oft auch dort Brückenbauer, wo politische Wege schwieriger werden“, teilte das Bundeskanzleramt mit.

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