Russische Bedrohung?

Weniger als 200 US-Soldaten derzeit auf Grönland

Außenpolitik
21.01.2026 11:51
Porträt von krone.at
Von krone.at

Derzeit sind weniger als 200 US-Streitkräfte auf der Arktis-Insel Grönland. Das sagte Deutschlands Bundeskanzler Friedrich Merz am Montag. Demnach sei die Bedrohungsanalyse der Vereinigten Staaten wohl nicht so „dramatisch, wie sie im Augenblick vorgetragen wird“.

US-Präsident Donald Trump hatte zuvor behauptet, dass es russische und chinesische Bedrohung gebe. Vor Russland würde auch die NATO Dänemark seit zwei Jahrzehnten warnen. „Leider war Dänemark bisher nicht in der Lage, etwas dagegen zu unternehmen“, sagte Trump. Dänemark gehört wie die USA zu den Gründungsmitgliedern der NATO, damit ist auch die zugehörige Insel Grönland NATO-Gebiet. Militärisch zuständig ist der Oberbefehlshaber der alliierten Streitkräfte in Europa (SACEUR), immer ein US-General. Dessen Verantwortungsgebiet reicht vom Mittelmeer bis zum Nordpol.

1951 haben die Vereinigten Staaten und Dänemark ein Verteidigungsabkommen über Grönland geschlossen. Die halbautonome Regierung der Insel erhielt 2004 ein Mitspracherecht. Dieses Abkommen erlaubte den USA, Militärbasen zu errichten und die Verteidigung als NATO-Aufgabe zu übernehmen. Laut Merz sind aktuell weniger als 200 US-Streitkräfte auf Grönland. Sie sind vor allem in der Pituffik Space Base, der früheren Luftwaffenbasis Thule. Diese ist für Raketenabwehr und Radarüberwachung zuständig. Es sei die nördlichste US-Militäreinrichtung – neun Jahre im Monat von Eis eingeschlossen, habe aber eine rund ums Jahr offene Landebahn, sagt das US-Militär selbst über die Einrichtung.

Diese Militärstützpunkte gibt es in der Arktis:

Die Karte zeigt Militärstützpunkte in der Arktis, verteilt auf die USA, Russland und andere Länder. Ein US-Stützpunkt ist in Pituffik auf Grönland markiert. Quelle: Simons Foundation Canada.

Seegebiete besser absichern
Kürzlich haben die NATO-Länder Deutschland, Großbritannien, Norwegen, Schweden, Finnland, Frankreich, Dänemark und die Niederlande Streitkräfte nach Grönland entsandt. Doch obwohl dieser Schritt häufig als politisches Signal gegen Trump verstanden wird, dient er vor allem der Vorbereitung einer militärischen Übung. Die Männer und Frauen der Bundeswehr hätten nun die Bedingungen dafür geprüft, sagte Merz. Genannt werden Hafenanlagen, logistische Möglichkeiten, die Treibstoffversorgung und praktische Fragen wie die Enteisung von Luftfahrzeugen.

Ziel sei es, die Seegebiete zwischen Grönland, Island und Großbritannien besser abzusichern und ein Lagebild zu haben, teilte das deutsche Verteidigungsministerium mit. Eine für die NATO wie auch Russland und China strategisch wichtige Meerenge im Nordatlantik ist das sogenannte GIUK Gap, begrenzt durch Grönland, Island und Großbritannien. Im Blick ist auch das als Bear Gap bezeichnete und strategisch wichtige Gewässer zwischen Nordkap, Bäreninsel und Spitzbergen.

Die dänischen Streitkräfte sollen unter anderem kritische Infrastrukturen bewachen und unter den extremen Bedingungen in der Arktis trainieren. Die dänische Regierung hat die NATO bereits um eine dauerhafte Präsenz auf der Insel gebeten.

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