Ordensspitäler in OÖ

Wegen Streik müssen Operationen abgesagt werden

Oberösterreich
20.01.2026 14:00

Die Wartezeiten auf gewisse Operationen sind in OÖ generell lang – und für einige Patienten werden sie sich weiter verlängern: Wegen eines Streiks des nichtärztlichen Personals in den heimischen Ordensspitälern werden am Donnerstag OPs ausfallen – wie viele und wer betroffen ist, wird wohl erst am Mittwoch feststehen. 

„Ich habe immer noch die Hoffnung, dass wir den Streik abwenden können“, sagt Carmen Breitwieser. Die Geschäftsführerin des Klinikums Wels-Grieskirchen leitet die Kollektivvertragsverhandlungen aufseiten der Arbeitgeber. Alle Zeichen deuten allerdings darauf hin, dass am Donnerstag viele der 10.000 nichtärztlichen Mitarbeiter in den acht oö. Ordensspitälern ihre Arbeit ganztägig niederlegen.

Es wäre der bisherige Höhepunkt der aus dem Ruder gelaufenen Verhandlungen. Wie berichtet, wollen die Arbeitnehmer – vertreten durch die Gewerkschaft vida – mehr als die angebotene Gehaltserhöhung von 3,3 Prozent ab Juli und zudem eine Arbeitszeitverkürzung auf 35 Wochenstunden.

Arbeitgeber sehen keinen Spielraum
Da können aber die Arbeitgeber nicht mit: „Wir haben ein Budget, und damit müssen wir haushalten“, wiederholt Breitwieser ihre Position gegenüber der „Krone“ am Dienstag. Damit stehen also die Zeichen auf Streik – und der dürfte die Patientinnen und Patienten in den acht Ordensspitälern mehr treffen als die Arbeitgebervertreter. Denn: „Wir wollen die Auswirkungen auf die Patienten so klein wie möglich halten, aber im OP-Bereich wird der Streik sicher am meisten spürbar“, sagt Breitwieser. 

Betroffene werden bis Mittwochmittag informiert
Das Paradoxe: Die Ärzte werden am Donnerstag da sein, um zu operieren – aber ohne nichtärztliches Personal sind viele OPs nicht möglich. Ein geregelter Ablauf ist kaum zu planen – denn wie viele Beschäftigte tatsächlich nicht arbeiten werden, ist zwei Tage vor dem Streik noch unklar. „Wir sind ständig im Austausch mit den Mitarbeitern, um auszuloten, wer am Donnerstag da sein wird und wer nicht“, sagt Breitwieser. Bis spätestens Mittwochmittag solle feststehen, welche Operationen in welchen Häusern abgesagt werden müssen – dann werden auch die Betroffenen telefonisch informiert. Das einzige Haus, in dem offenbar planmäßig operiert wird, sind die Barmherzigen Brüder in Linz.

Notdienst bleibt aufrecht
Breitwieser wirft der Gewerkschaft – die ihre Kampagne von einer umstrittenen deutschen Agentur orchestrieren lässt – unrealistische Forderungen bezüglich des Streiks vor. So wird für Donnerstag etwa teils die Schließung ganzer Stationen gefordert. Was beide Seiten betonen: Der Notbetrieb in den Spitälern bleibe stets aufrecht. „Notdienstvereinbarungen stellen sicher, dass stationäre Patienten weiterhin versorgt und Notfälle jederzeit behandelt werden können“, sagt vida-Verhandlerin Martina Reischenböck. Sie bittet um Verständnis: „Es ist auch uns ein Anliegen, dass Wartezeiten auf OP-Termine kürzer werden. Dazu braucht es gute Rahmenbedingungen für die Beschäftigten und gerechte Entlohnung. Dafür setzen wir uns am Donnerstag ein.“

Die Frage ist: Wie geht es – angesichts der festgefahrenen Positionen – nach dem Streik am Donnerstag weiter? „Wir erwarten uns Bewegung – auch von den politischen Verantwortung. Und wir erwarten uns ein neues Angebot“, sagt Reischenböck. „Wir müssen uns zusammenreden, in welcher Konstellation auch immer“, hofft Breitwieser auf das Wohlwollen der Betriebsräte – denn die sind, so hört man, großteils selbst nicht begeistert über die von der deutschen Agentur angefachte vida-Kampagne.

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