Bis zu 10.000 streiken

„Silberstein-Methoden“: Spitals-Streit eskaliert

Österreich
19.01.2026 17:56

Vor dem geplanten Arbeitskampf der Ordensspitäler in Oberösterreich liegen die Nerven blank. Im Gehaltsstreit zeichnet sich keine Lösung ab, die Arbeitgeber-Seite kritisiert zudem die Verbreitung von Halbwahrheiten und bewusste Zuspitzung. Federführend soll dabei eine Agentur mit Sitz in Berlin eingreifen. 

Der Streit um die Gehälter und eine 35-Stunden-Woche spitzt sich zu. Für Donnerstag ruft die Gewerkschaft vida zum Streik auf, das nicht-ärztliche Personal aller acht Ordensspitäler – immerhin knapp 10.000 Bedienstete – soll die Arbeit niederlegen. Die Arbeitnehmerseite hat eine Gehaltserhöhung von 3,3 Prozent abgelehnt, die Arbeitgeberseite im Gegenzug kein verbessertes Angebot vorgelegt.

Eine Lösung scheint derzeit jedenfalls nicht in Sicht, die Fronten sind verhärtet. Die große Mehrheit der Belegschaft hat sich bereits im Vorfeld für den Arbeitskampf ausgesprochen. Um die Patienten nicht zu gefährden, sollte für Donnerstag eigentlich ein Notdienst ausgearbeitet werden, doch auch dafür lag vorerst noch kein Plan vor.

Kritik an Kampagne
Für ihre aktuelle Kommunikationskampagne griff vida jedenfalls auf die Geschicke der Beratungsagentur „organizi.ng“ mit Sitz in Berlin zurück, was der Arbeitgeberseite sauer aufstößt. Die Kosten dafür werden nicht verraten, man wolle damit aber auch für zukünftige KV-Verhandlungen „lernen, welche Formen es gibt, Beschäftigte anzusprechen“, heißt es vonseiten der Gewerkschaft. 

Harsche Kritik an dem Vorgehen kommt jedenfalls von Seiten des Arbeitgebers. Sie unterstellt der Gewerkschaft „Silberstein-Methoden“, etwa die Verbreitung von Halbwahrheiten in Messenger-Diensten, die bewusst auf Eskalation ausgerichtet sind. Zur Erinnerung: Politberater Tal Silberstein – bekannt für seine Schmutzkübel-Kampagnen – löste im Wahlkampf zur Nationalratswahl 2017 einen Skandal aus.

So würden etwa zusammenhanglos Parallelen zu Protesten in New York gezogen und mit der Situation in Österreich verglichen. Zudem würden die Streikenden animiert, auch ihre Patienten und deren Angehörige in die Situation zu involvieren. vida weist die Vorwürfe zurück. Eine Einigung scheint damit in weiter Ferne.  

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