Der junge Cosmó tritt für Österreich beim Song Contest an – doch er darf nicht mit den Medien sprechen, wie er will. Der ORF schaltet sich bei allen Interviewanfragen dazwischen. „Krone“-Musikredakteur Robert Fröwein hat zur Message Control am Küniglberg einiges zu sagen.
Unter Message Control versteht man die strategische Steuerung der Öffentlichkeitsarbeit. Breitenwirksam bekannt wurde diese Technik durch das PR-Kabinett von Ex-Kanzler Sebastian Kurz, mittlerweile sind die Mechanismen wohl auch andernorts üblich.
Kontrolle über Interviews
Konkret: Der ORF war schon immer vorne dabei, wenn es darum geht, Gespräche mit „seinen Stars“ einer finalen PR-Prüfung zu unterziehen und sie wunschgemäß adaptiert freizugeben. Eine Endkontrolle, ob ihnen wohl passt, was der Befragte auf die Interviewfragen geantwortet hat. Das kostet uns Journalisten zusätzlich Zeit, bedeutet fairerweise aber nicht automatisch, dass ein Interview bis zur Unkenntlichkeit verändert wird.
Eine neue Taktik hat man sich am Küniglberg für den anstehenden Song Contest in Wien einfallen lassen. Der aus der leidlich spannenden Hauptabendshow „Vienna Calling“ hervorgegangene Sieger Cosmó begeistert das Land mit dem „Tanzschein“, der ORF degradiert Medien ihm gegenüber aber zu winselnden Bittstellern. Sämtliche Interviewanfragen und Berichterstattungsideen müssen über den aufgeblähten PR-Apparat des Öffentlich-Rechtlichen gehen, der sicher auch gerne wissen würde, wann genau die Mittags- und Klopausen seines Schützlings stattfinden.
Nach JJs unglücklichem Israel-Sager 2025 schwingt beim ORF gewiss Angst mit, ob man deshalb gleich die Rolle des gluckenhaften Erziehungsberechtigten pflegen muss, darf aber angezweifelt werden ...
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