Christian Ries folgt Norbert Hofer als FPÖ-Klubchef nach und will die scharfe Oppositionspolitik gegen die SPÖ fortführen. Doch wie erst nach der Präsentation bekannt wurde, sollte die Funktion eigentlich jemand anderes bekommen.
Bei der Präsentation von Christian Ries als neuen Klubchef streute Landesparteiobmann Alexander Petschnig seinem Parteikollegen Rosen: Dieser sei ein politisches Urgestein mit langjähriger Erfahrung. Auch der Zweite Landtagspräsident Johann Tschürtz lobte die Lösung: Man sei freundschaftlich zu dem Ergebnis gekommen. „Es gibt niemanden, der beleidigt ist“, so Tschürtz.
Waldmann lehnte ab
Was allerdings erst später bekannt wurde: Ries war nicht die erste Wahl. Tatsächlich hatte sich der Klub für Sandro Waldmann als neuen Obmann ausgesprochen, offenbar mit deutlicher Mehrheit. Ries habe gar nicht antreten wollen. Waldmann bestätigte auf Nachfrage seine Wahl. Er habe sich über den starken Rückhalt sehr gefreut, habe jedoch abgelehnt. Er habe Bedenken gehabt, ob es der richtige Zeitpunkt sei. „Es ist besser so.“ Hintergrund sind – wie berichtet - Ermittlungen der Staatsanwaltschaft gegen ihn.
Sechs von acht Stimmen
Ries ist seit mehr als 30 Jahren bei der FPÖ, war unter anderem im Nationalrat und ist Gemeinderat in Rust. Von acht Stimmen entfielen laut Tschürtz sechs auf Ries, eine war dagegen, eine – Ries selbst – enthielt sich. Er habe als Nachfolger von Norbert Hofer große Schuhe zu füllen, dieser habe einen guten Grundstein gelegt, zollte der Ruster seinem Vorgänger Respekt.
Match geht weiter
Im Zuge seiner neuen Aufgabe will der neue Klubchef weiterhin auf „scharfkantige Oppositionspolitik“ setzen: „Das braucht das Burgenland.“ Wenn die SPÖ die Beziehungen verbessern wolle, sei sie damit zwar willkommen, aber: „Wer regieren will, wird damit leben müssen.“ Das Match zwischen SPÖ und FPÖ dürfte also weitergehen.
Auf „Ochsentour“
Als Nächstes will Ries auf eine „Ochsentour“ zu den Bezirks- und Ortsgruppen machen. Auch will er die Kommunikation zwischen Klub und Partei verbessern, da gebe es noch „Luft nach oben.“ Weitere personelle Änderungen sind nicht vorgesehen. Seinen Job als Kriminalbeamter will Ries zum „ehestmöglichen Zeitpunkt“ ruhend stellen. Hofer hatte sich zurückgezogen, weil er eine Funktion der Privatwirtschaft anstrebt, was den Klubchefs nicht erlaubt ist.
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.