„Geiseln genommen“
Ukraine: Razzia in Büro von Ex-Regierungschefin
Das Büro der Vaterlandspartei der früheren Ministerpräsidentin Julia Timoschenko in Kiew wurde am Mittwoch von Ermittlern der ukrainischen Antikorruptionsbehörden durchsucht. Grund: Verdacht auf Stimmenkauf im Parlament. Timoschenko kritisierte das Vorgehen scharf.
Das Nationale Antikorruptionsbüro (NABU) und die Spezialisierte Antikorruptionsstaatsanwaltschaft (SAP) informierten über eine Verdachtsmitteilung zur Chefin einer Parlamentsfraktion. Sie soll das Abstimmungsverhalten von Abgeordneten anderer Parlamentsgruppen mit Geldzahlungen beeinflusst haben.
Für PR-Aktion „Gebäude besetzt“
„Über 30 bis an die Zähne bewaffnete Männer haben ohne Vorlage jeglicher Dokumente faktisch das Gebäude besetzt und die Mitarbeiter als Geiseln genommen.“
Sehen Sie hier aktuelle Facebookeinträge von der Ex-Regierungschefin:
„Habe nichts zu verbergen“
„Ich lehne alle grundlosen Anschuldigungen gegen mich zurück“, so Timonschenko. „Ich möchte, dass ihr die ganze Wahrheit wisst. Ich habe nichts zu verbergen.“
Außerdem bezeichnete die 64-Jährige die Razzia als „PR-Aktion“. Es seien Telefone, Parlamentsdokumente und „persönliche Ersparnisse“ beschlagnahmt worden. Der Verdächtigten drohen bis zu zehn Jahre Gefängnis.
Über Julia Timoschenko
Timoschenko hat die Politik der Ukraine viele Jahre mitgeprägt:
- 2005 und von 2007 bis 2010 war sie Ministerpräsidentin und für ihren markanten, geflochtenen Haarkranz bekannt.
- Dreimal scheiterte die inzwischen 65-Jährige bei Präsidentschaftswahlen.
- Zwischen 2011 und 2014 saß sie nach einer Verurteilung wegen Amtsmissbrauchs im Gefängnis. Die Verfahren wurden damals international als politisch motiviert kritisiert.
Timoschenko ist Chefin der mit 25 Abgeordneten drittstärksten Fraktion ihrer Vaterlandspartei im Parlament mit derzeit de facto 424 vergebenen Sitzen. Die Vaterlandspartei ist in Opposition.








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