Schimpansen, Berggorillas und Berberaffen haben viele Gemeinsamkeiten – eine davon ist, dass sie gleichgeschlechtlichen Sex haben. Dieser dürfte tatsächlich aus einem ganz bestimmten Grund entstanden sein. Und davon profitiert gleich die ganze Gruppe.
Dass es gleichgeschlechtlichen Sex unter nichtmenschlichen Primaten gibt, ist schon länger bekannt. Für die Fortpflanzung ist er zwar nicht notwendig, Forschende haben jetzt aber herausgefunden, welche wichtige Funktion er stattdessen erfüllt.
Denn gleichgeschlechtlicher Sex unter Schimpansen & Co. soll Bindungen stärken und Aggressionen abbauen. Das wiederum hat den Effekt, dass Primaten-Gruppen ihre Herausforderungen besser meistern können, weil sie etwa besser zusammenhalten, erklärt Studien-Co-Autor Vincent Savolainen in der Fachzeitschrift Nature Ecology & Evolution.
Die Studie untersucht zwar nur das Verhalten unserer tierischen Verwandten. Doch auch frühere menschliche Arten könnten ähnliche Schwierigkeiten gehabt haben – es sei gar nicht so unwahrscheinlich, dass sie diese auch mit gleichgeschlechtlichem Sex gelöst hätten, betont Savolainen.
Mehr Sex bei Größenunterschieden
Die Forschenden fanden heraus, dass es bei Arten, bei denen Männchen und Weibchen unterschiedlich groß sind, mehr gleichgeschlechtlichen Sex gibt. Denn Größenunterschiede führen oft zu intensiverem Wettbewerb unter den Tieren. Auch bei komplexen Hierarchien in ihrer Gruppe, tendieren die untersuchten Primaten eher dazu, mit dem gleichen Geschlecht Sex zu haben.
Man dürfe nicht vergessen, dass die Umwelt das Sexualverhalten beeinflusse. Aber man wisse auch, „dass gleichgeschlechtliches Sexualverhalten eine erbliche Komponente hat“, sagt Chloe Coxshall, die Erstautorin der Studie vom Imperial College London.
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