Unbekannte Täter haben sich offenbar in der Nacht auf Sonntag an Ortstafeln in zweisprachigen Gemeinden im Burgenland zu schaffen gemacht.
Die Schmierfinken haben in Steinbrunn und Hornstein die jeweils kroatischen Bezeichnungen der Ortschaften – Štikapron und Vorištan – mit schwarzer Farbe übersprüht. Am Morgen bemerkten Spaziergänger und Autofahrer die Verunstaltung.
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Sowohl Bürgermeisterin Isabella Radatz-Grauszer als auch Ortschef Christoph Wolf fanden klare Worte für die Aktion: „Wir verurteilen das aufs Schärfste und werden umgehend Anzeige erstatten.“ Jetzt wird gehofft, dass die Täter vielleicht auf Überwachungskameras zu sehen sind. Hinweise aus der Bevölkerung werden von der Polizei entgegengenommen.
Kopfschütteln und Empörung
Die Schmieraktion sorgt bei vielen für Empörung. „Dieser Angriff richtet sich nicht nur gegen die kroatische Volksgruppe, sondern gegen das gesamte Miteinander im Burgenland“, teilte die kroatischen Vertretungsorganisationen in Österreich mit. Zweisprachigkeit sei ein selbstverständlicher Teil der Identität und des Zusammenlebens im Burgenland, betonte auch ÖVP-Landesparteichef Christoph Zarits. Den Tätern richtete er aus: „Nemamo mjesta za to (Dafür gibt es bei uns keinen Platz).“
„Jeden Angriff auf unser Miteinander lehnen wir kategorisch ab“, erklärte SPÖ-Landesgeschäftsführer Friedrich Radlspäck: „Sowas brauchen wir bei uns nicht!“ Und ein Spaziergänger in Steinbrunn meinte: „Ich bin stolz, Teil der burgenländisch-kroatischen Volksgruppe zu sein. Da können irgendwelche Hinterwälder sprühen, was sie wollen.“
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