Die Drohung der niederösterreichischen Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, gleich mehrere Millionen für die Behandlung von Gastpatienten in Wien zurückzufordern, will sich Wiens Gesundheitslandesrat Peter Hacker (SPÖ) nicht gefallen lassen; er rechnet in der „Krone“ vor.
Der Bundesländer-Konflikt rund um Gastpatienten spitzt sich weiter zu: Nachdem in Wien Patienten aus Niederösterreich auf der Behandlungsliste nach hinten gereiht oder gar abgewiesen werden sollen und deshalb auch eine Klage gegen die Bundeshauptstadt vorbereitet wird, drohte Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner ja damit, mehrere Millionen zurückzuverlangen: „Wenn Niederösterreicher in der Bundeshauptstadt nicht mehr behandelt werden, dann soll Wien das im Finanzausgleich vorgesehene Geld eben dafür zurückzahlen“, sagte sie gegenüber der „Krone“ und verwies auf ihre Landsleute, die in Wien rund 20 Milliarden Euro Bruttowertschöpfung erwirtschaften.
So will das der Wiener Gesundheitsstadtrat Peter Hacker aber nicht stehen lassen: „Wir haben Verständnis für alle Niederösterreicher, die sich in planbaren Fällen in den hochmodernen und bestens ausgestatteten Wiener Spitälern behandeln lassen möchten, aber der Anteil der Gastpatienten sowie die Kompensation dafür müssen wieder in ein adäquates Verhältnis kommen.“
Wo Gastpatienten wie viel kosten
Niederösterreichische Gastpatienten hätten im Jahr 2024 in allen Bundesländern Behandlungskosten in Höhe von 1,115 Milliarden Euro verursacht, davon würden insgesamt 879 Millionen Euro auf Wien entfallen. Demgegenüber stünden 242 Millionen Euro, die durch Gastpatienten aus allen anderen Bundesländern in Niederösterreich entstehen. „Wiener Gastpatienten verursachen in Niederösterreich Kosten von lediglich 92 Millionen Euro“, wird der „Krone“ erklärt. Im Endeffekt bleiben unterm Strich 788 Millionen Euro an Kosten für Wien stehen.
Pochen auf vier Gesundheitsregionen
„Das Gastpatientenaufkommen ist ein klares Ungleichgewicht – und das müssen wir lösen. Wien behandelt natürlich sämtliche Not- und Akutfälle, unabhängig davon, wo sie wohnen. Unsere Hand bleibt ausgestreckt, wir wollen eine Lösung zum Wohle aller Patienten“, versichert Hacker, der dem Vorschlag seines Bürgermeisters Michael Ludwig zur Schaffung von vier Gesundheitsregionen viel abgewinnen kann: „Vier Gesundheitsregionen wären ein guter Rahmen, die Gesundheitsversorgung über Bundesländergrenzen hinweg gemeinsam zu planen, zu finanzieren und zu steuern.“ Jetzt sei nicht die Zeit, die Patienten zu verunsichern, „denn Wien behandelt immer noch nahezu 20 Prozent Gastpatienten. Jetzt ist die Zeit, gemeinsam an Lösungen im Sinne der Patienten zu arbeiten.“
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