Benjamin Bernheim glänzte alleine auf weiter Strecke bei seinem Wiener Rollendebüt als Chevalier Des Grieux in Massenets „Manon“. Sopranistin Kristina Mkhitaryan plagte sich in der Titelrolle mit den Verführungskünsten.
Geliebt wurde im Staatsopern-Paris schon weit luxuriöser. Pracht-Tenor Benjamin Bernheim hätte sich jedenfalls für seinen ersten Wiener Des Grieux ein deutlich adäquateres Umfeld für all die butterweichen Phrasen, sein herrlich betörendes, differenziertes und stilistisch perfektes Sehnen verdient. So blieb er der einsame Leuchtturm, dem nur das souveräne Dirigat Bertrand de Billys Paroli bieten konnte.
Der stand schon am Premieren-Pult von Andrei Serbans 2007 für Anna Netrebko maßgeschneiderter Inszenierung, die den Jean Pierre Ponnelle-Klassiker ersetzte. Sie ist schlecht gealtert, wirkt längst billig und reichlich albern.
Da bringt auch die nette, teils überforderte Manon von Kristina Mkhitaryan im Petticoat wenig Glamour auf den Cours-la-Reine, während sie im Sterben doch noch berühren kann.
Rundherum hat die Staatsoper die Nebenrollen peinlich dürftig, mitunter deklamatorisch bedenklich besetzt. Selbst leichte Mädchen (Poussette, Javotte, Rosette) müssen nicht solche stimmlichen Federgewichte sein. Und: Spricht Vater Des Grieux jetzt das Keltisch der Bretonen?
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