Nach ICE-Tragödie
Polizist kickt Trauerkerze weg: „Mir scheißegal“
Nach dem Tod einer 37-jährigen US-Bürgerin, die während einer Razzia der US-Einwanderungsbehörde von einem Beamten erschossen wurde, sorgt für Empörung. Ein US-Polizist goss bei einem Protest nun Öl ins Feuer: Der Cop kickte eine Trauerkerze für Renee Nicole Good weg – daraufhin zur Rede gestellt, erklärte er: „Das ist mir scheißegal!“
In Minneapolis herrscht Wut und Trauer nach den tödlichen Schüssen auf die 37-jährige Mutter dreier Kinder. „Sie war einer der liebevollsten Menschen, die ich je gekannt habe, sie war extrem mitfühlend, kümmerte sich ihr ganzes Leben um andere, war hingebungsvoll und versöhnlich“, erklärte ihre Mutter gegenüber „Minnesota Star Tribune“. Sie vermutet, dass ihre Tochter in Panik geraten war und deswegen versuchte, vor den US-Beamten der Behörde ICE zu flüchten.
Demonstrant erwidert: „Darum sind wir hier“
Die Exekutive trägt nach dem Drama nicht gerade zur Deeskalation bei, wie ein in sozialen Medien kursierendes Video zeigt. Darin sieht man, wie ein Polizist bei einer Protestveranstaltung eine für die Getötete aufgestellte Kerze mit dem Fuß wegkickt. Ein Demonstrant fragt ihn daraufhin: „Wofür war das?“ Doch der Beamte zeigt sich unbeeindruckt und antwortet nach wiederholtem Nachfragen: „Das ist mir scheißegal!“ Der Protestierende entgegnet darauf: „Es ist dir scheißegal? Das ist, warum wir hier sind!“
Hier ist der Vorfall bei dem Protest zu sehen:
Good war nur im Schritttempo unterwegs
Die US-Bürgerin hatte sich – wie einige andere – den Beamten der Einwanderungsbehörde in den Weg gestellt, um diese daran zu hindern, Migranten aufzugreifen. In einem Video ist zu sehen, wie sie in geringem Tempo ihren Wagen schließlich in Bewegung setzt. Kurz darauf schießt ihr ein Beamter durch das Autofenster in den Kopf. Heimatschutzministerin Kristi Noem erklärte sie nach dem tödlichen Zwischenfall zur „Terroristin“.
Der Gouverneur von Minnesota, Tim Walz und der Bürgermeister von Minneapolis, Jakob Frey, teilen die Ansicht der Ministerin keineswegs. Frey wies diese Ansicht als „Blödsinn“ zurück. Walz sprach von „Propaganda“ der Regierung von Präsident Donald Trump.
Good hinterlässt drei Kinder im Alter von sechs, zwölf und 15 Jahren. Der jüngste ist nun Vollwaise – der Kindsvater verstarb bereits 2023. Sie lebte erst seit einem Jahr in Minneapolis. Die 37-Jährige hatte an der Old Dominion Universität in Virginia Literatur studiert und das Studium auch abgeschlossen. Für eines ihrer Gedichte wurde sie mit dem Academy of American Poets Prize ausgezeichnet.
Zwei Menschen bei ähnlichem Vorfall verletzt
Nur einen Tag nach den tödlichen Schüssen auf Good kam es zu einem weiteren blutigen Zwischenfall in Portland: Nach Darstellung des US-Heimatschutzministeriums hielten Angehörige der Grenzschutzbehörde in dem neuen Fall ein Fahrzeug für eine gezielte Kontrolle an. Die Person am Steuer habe versucht, die Beamten zu überfahren, hieß es. Einer der Beamten habe aus Selbstverteidigung einen Schuss abgegeben, während das Auto wegfuhr.
Zwei Insassen des Wagens – ein Mann und eine Frau – mussten danach mit Schussverletzungen ins Krankenhaus gebracht werden. Zu ihrem Zustand gab es zunächst keine Angaben. Das Heimatschutzministerium sprach von einer Verbindung der beiden zur venezolanischen Gang Tren de Aragua. Trump verweist auf die Gruppe oft als eine Begründung für seine großangelegten Abschiebeaktionen.









Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.