Hinter jeder Zahl verbirgt sich ein Schicksal, eine Familie, Freunde und Bekannte, die trauern und denen nicht selten die Zukunftsperspektive genommen wird. Das alles zählt die Statistik nicht auf, die zum Jahreswechsel wieder aufzeigt, wieviele Menschen auf Oberösterreichs Straßen ihr Leben ließen. Jeden fünften Tag gab es ein Opfer.
Im Vorjahr kamen in Oberösterreich 73 Menschen im Straßenverkehr ums Leben, um eine Person mehr als im Jahr 2024, hat die Mobilitätsorganisation VCÖ errechnet. Die meisten Todesopfer waren Pkw-Insassen, gefolgt von Motorradfahrern. Auffallend: 40 Prozent der Verkehrstoten waren Seniorinnen und Senioren.
Corona-Jahr war bisher das „beste“
Damit ist die Zahl der Verkehrstoten in Oberösterreich im Vorjahr leicht gestiegen – um eine Person mehr kam ums Leben. Seit dem Jahr 2023 ist diese Zahl nahezu konstant. Die bisher niedrigste Anzahl an Verkehrstoten gab es in Oberösterreich im von der Pandemie geprägten Jahr 2020 mit 67. „Jeder Verkehrstote ist einer zu viel. Verkehrsunfälle reißen Menschen aus ihrem Leben, verursachen bei Angehörigen unermessliches Leid. Umso wichtiger ist es, mehr unfallvermeidende Maßnahmen umzusetzen“, stellt VCÖ-Sprecher Christian Gratzer fest.
Ältere Radler besonders gefährdet
Neben Auto- und Motorradfahrern zählten Radler und Fußgeher zu den meisten Opfern, jeweils acht Tote sind hier zu beklagen, dazu verloren sieben E-Biker ihr Leben. Zehn der 15 mit Fahrrad oder E-Bike tödlich Verunglückten waren Seniorinnen und Senioren.
Mehr Senioren werden unterwegs sein
„In den kommenden Jahren wird die Anzahl älterer Menschen stark steigen. Unser Verkehrssystem muss mehr Rücksicht auf ältere Menschen nehmen, verstärkte Maßnahmen für eine seniorengerechte Verkehrsplanung sind wichtig“, erklärt VCÖ-Sprecher Christian Gratzer. Er fordert im Ortsgebiet mehr Verkehrsberuhigung, mehr Tempo 30 statt 50 sowie übersichtliche Straßenübergänge.
Die häufigsten Ursachen tödlicher Verkehrsunfälle waren in Oberösterreich Vorrangverletzungen, die in engem Zusammenhang mit mangelnder Aufmerksamkeit stehen, sowie Ablenkung und Unachtsamkeit.
Nur in zwei Bundesländern weniger Opfer
Österreichweit gab es 397 Todesopfer (2024: 351), die meisten gab es dabei mit 108 in Niederösterreich (2024: 84), gefolgt von Oberösterreich mit 73 (72) und der Steiermark mit 65 (63). Anstiege gab es auch in Tirol mit 44 (32), Kärnten mit 35 (30), dem Burgenland mit 19 (15) und Vorarlberg mit 14 (7) tödlichen Unfällen. Rückgängig waren die Zahlen hingegen in Salzburg mit 24 (28) und in Wien 15 (20).
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