Schnee und Minusgrade als gefährlicher Mix: In Linz und in Maria Schmolln wurden in der Nacht auf Sonntag in Oberösterreich Helfer zu Lebensrettern. Ein Hundeführer sagt über „seine“ Abgängige: „Ich glaube nicht, dass sie Nacht überlebt hätte.“
Ausgerechnet während eines Schneesturmes und bei Temperaturen unter null Grad war in der Nacht auf Sonntag eine demenzkranke Frau aus dem Seniorenwohnheim in Maria Schmolln abgängig. Gegen 1.15 Uhr meldete ein Pfleger die 81-Jährige als vermisst, nachdem sie nicht mehr in ihrem Zimmer war. Mehrere Polizeistreifen, die örtliche Feuerwehr und die Suchhundebrigade wurden alarmiert.
Schutzengel kamen von Faschingsparty
Die Schutzengel für die betagte Frau erschienen allerdings in Form eines 65-jährigen einheimischen Ehepaars, das gerade am Heimweg von einer privaten Faschingsparty war. „Wir sind die tief verschneite Straße hochgefahren, als wir die Frau halb auf der Straße liegend gesehen haben. Es war offensichtlich, dass sie Hilfe brauchte, und wir haben nur das gemacht, was man von jedem in so einer Situation erwarten würde“, erklärt das Paar im Gespräch mit der „Krone“.
Die beiden setzten die unterkühlte Frau ins beheizte Auto, brachten sie zurück ins Seniorenheim und übergaben sie an ihre Pfleger.
Abseits des Wegs gestürzt
Beinahe zeitgleich war auch in Linz die Suchaktion nach einer abgängigen 68-jährigen Frau erfolgreich. Die Linzerin war vermutlich schon am Vormittag in den Wasserwald aufgebrochen und wollte dort Vögeln lauschen. Dabei kam sie allerdings abseits der gut frequentierten Wanderwege zu Sturz und konnte alleine nicht mehr aufstehen. Sie konnte auch keine Hilfe rufen, weil sie ihr Handy zu Hause vergessen hatte.
Die Vermisste ist abseits von Wanderwegen mitten im Wald gelegen. Wir waren alle sehr erleichtert, als wir sie gefunden haben.
Wolfgang Eibl, Hundeführer
Die Familie schlug Alarm
Angehörige verständigten schließlich am Nachmittag die Polizei, nachdem die Sorgen um die 68-Jährige immer größer wurden. Dass die Frau nach mehrstündiger Suche doch noch gefunden wurde, hat sie Suchhund „Findus“ und Hundeführer Wolfgang Eibl zu verdanken.
Der elfjährige Golden Retriever hatte gegen 1 Uhr den richtigen Riecher. „Die Frau war sehr froh, dass wir sie gefunden haben. Auch wir waren alle sehr erleichtert. Zu dem Zeitpunkt hatte es gerade einmal ein Grad plus, und es hat geschneit. Die Nacht im Freien hätte sie vermutlich nicht überlebt“, so Eibl.
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.