Erstmals zeigt das Lentos, was jahrzehntelang nur Eingeweihte kannten: 50 Werke aus der privaten Mega-Sammlung von Erwin Hauser treten ins Rampenlicht – und werden ab 6. März frische Dynamik in die neu gestaltete Dauerschau bringen. Die „Krone“ besuchte vorab das Depot.
„Man hört, Sie haben eine große Sammlung, aber man sieht sie nicht – das wurde mir immer wieder gesagt“, erzählt Erwin Hauser (85) schmunzelnd im „Krone“-Talk.
Lieber kein Privatmuseum
Der Unternehmer – Kühlmöbel, Kältetechnik – investierte über Jahrzehnte „real verdientes, versteuertes Geld“ in Gemälde, Zeichnungen, Skulpturen. Doch „öffentliche Ausstellungen zu machen, war nie möglich“, erklärt er beim Lokalaugenschein in seinem Depot, u.a. sprachen „Versicherungsgründe“ dagegen: „Und ein Privatmuseum wollte ich nicht bauen.“
Schon als Student lebte Hauser seine Leidenschaft für Kunst: „Damals bekam man noch eine Schiele um 3000 Schilling – aber das hatte ich auch nicht“, erinnert er sich. „Intensiv zu sammeln begonnen habe ich erst in der Pension.“
Was lässt Ihr Sammlerherz höher schlagen?
„Das ’Who‘s who’ der österreichischen Kunst, weil ich ja selbst Österreicher bin.“ Mittlerweile sind 700 Künstlerinnen und Künstler aus drei Jahrhunderten vertreten, Hauser kennt jedes Bild. Jedes Exponat hat er selbst digital erfasst und dokumentiert: „Mir ist Systematik wichtig.“
Lentos holt wichtige Bilder hervor
Rund 3000 Werke (Schätzwert 16,5 Mio. Euro) übergab Hauser vor zwei Jahren als Dauerleihgabe dem Linzer Lentos, wie wir berichteten. Dort wird gerade die Dauerausstellung neu aufgestellt. „Darunter sind 50 Werke aus der Sammlung Hauser“, sagt Kuratorin Elisabeth Nowak-Thaller. Damit erhalten Besucher erstmals Einblick in den lange „verborgenen Schatz“.
Mehr als ein „verborgener Schatz“
Für das Lentos bedeutet die Leihgabe – die in eine Schenkung übergeht – nicht nur Zugewinn, sondern auch Verantwortung: „Wir müssen alles erhalten“, betont Nowak-Thaller. Das koste, sei aber eine „Win-win-Situation“, da die Werke den städtischen Bestand ideal ergänzen.
Die neu inszenierte Dauerausstellung ist ab 6. März zu besichtigen. Die „Krone“ wird darüber berichten.