23 Jahre später

Babys vertauscht: Fast eine Million Euro für Frau

Ausland
23.12.2025 17:58
Porträt von krone.at
Von krone.at

Zu einer folgenschweren Verwechslung ist es in Spanien gekommen: Zwei Babys wurden bei ihrer Geburt im Krankenhaus miteinander vertauscht. 23 Jahre später bekommt eine Spanierin deshalb fast eine Million Euro Schadenersatz zugesprochen.

Die Spanierin wuchs in der falschen Familie auf und hatte ursprünglich gut drei Millionen Euro gefordert. Das Oberlandesgericht der Region La Rioja entschied nun, dass die Frau 975.000 Euro bekommt, wie die Justiz am Dienstag mitteilte. Sowohl die junge Klägerin als auch der regionale Gesundheitsdienst können Einspruch gegen das Urteil einlegen.

Die folgenreiche Verwechslung passierte im Juni 2002 im Krankenhaus San Millán in Logroño rund 350 Kilometer nordöstlich von Madrid. Zwei Neugeborene – deren Identitäten geheim bleiben – wurden damals aus unbekannten Gründen mit den falschen Eltern heimgeschickt.

Fehler blieb lange unentdeckt
Der Fehler flog viele Jahre später zufällig auf, als eines der beiden Mädchen einen DNA-Test machte. Und erst 2021 hatten beide nach mehrjährigen Ermittlungen der Gesundheitsbehörden Gewissheit, dass sie wegen der Verwechslung nicht in ihren leiblichen Familien aufgewachsen waren. „Menschliches Versagen“, lautete damals die Erklärung der Behörden.

Auch die zweite Betroffene fordert vor Gericht etwa drei Millionen Euro. Beide Frauen halten eine ursprünglich von den Behörden der Region La Rioja zugesprochene Entschädigung von jeweils 850.000 Euro für nicht ausreichend. In einem der beiden Fälle erhöhte das zuständige Gericht die Summe nun um 125.000 Euro. Zur Begründung hieß es unter anderem, die Betroffene habe nach Aufdeckung des Fehlers keinen Kontakt mehr zu ihrer leiblichen Mutter aufnehmen können, da diese bereits 2018 verstorben war.

Aufgrund der Verwechslung seien „irreparable Schäden“ entstanden, die Forderung von gut drei Millionen Euro sei deshalb gerechtfertigt, wurde der Anwalt dieser Klägerin, José Sáez Morga, in der Zeitung „El País“ zitiert.

Ähnlicher Fall in Österreich
In Österreich wurde im Herbst ein ähnlicher Fall publik: In der Steiermark wurden, wie berichtet, zwei Babys nach ihrer Geburt vertauscht. 35 Jahre später standen sich Doris und Jessica zum ersten Mal gegenüber. Auch die beiden betroffenen Familien beschäftigen sich mit rechtlichen Themen wie Schadenersatz und Erbansprüchen.

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