Das steckt dahinter

Nach 115 Jahren! Aus für beliebtes Traditionscafé

Oberösterreich
26.03.2026 09:00

Nach 115 Jahren schließt das Traditionscafé in Gallneukirchen am 31. Mai. Nicht aus wirtschaftlichen Gründen, meint Nadja Kletzmair. Doch was steckt wirklich dahinter? Die „Krone“ sprach mit der Inhaberin.

„Mit der Entscheidung geht’s mir gut, mein weiterer Lebensweg ist allerdings unsicher.“ Was genau die Zukunft bringt, weiß Nadia Kletzmair nicht. Was sie allerdings ganz genau weiß ist, dass sie sicher nicht mehr mitten in der Nacht in der Backstube stehen will. „Ich mache den Beruf als Konditorin seit 25 Jahren, das Café leite ich seit 15 Jahren. Als Chefin ist man Lückenfüller. Ich habe alles gemacht – vom Einkauf übers Service bis zum Büro. Das Café läuft gut, es steckt also kein wirtschaftlicher Grund dahinter, aber es ist halt nicht mehr meins“, versucht die bald 50-Jährige ihre Beweggründe in Worte zu fassen.

Bürgermeister kann Gründe verstehen
Vom Topfentascherl bis hin zur Kardinalschnitte gibt es dort alles, was das Herz begehrt. „Alle schwärmen von ihren Krapfen“, kämpft Bürgermeister Sepp Wall-Strasser mit der Vorstellung einer Schließung. Wobei er die Gründe seiner Kollegin aus der Politik schon nachvollziehen kann. Denn Kletzmair hat sich auch als Stadträtin sowie ÖVP-Fraktionsobfrau einen Namen gemacht. „Ich habe ihr Engagement immer sehr geschätzt und es tut mir wirklich um das Café, aber vor allem um die Konditorei leid“, so der Ortschef.

Neuer Wirt der Gusenhalle sperrt mit 1. April auf
Doch der Entschluss steht fest, denn Kletzmair überlegt schon seit zwei Jahren, das Café zu verpachten und hofft nun auf reichlich Interessenten. Denn ab 31. Mai gibt es in der 7000-Seelen-Gemeinde dann nur noch zwei Kaffeehäuser. Das „Cappuccino“ liegt direkt an der Hauptstraße in Gallneukirchen.

Nadja Kletzmair hat genug Mehlspeisen gebacken.
Nadja Kletzmair hat genug Mehlspeisen gebacken.(Bild: Horst Einöder/Flashpictures)

„Die Kurzparkzone in der Innenstadt ist gratis und man findet eigentlich immer einen Parkplatz. Was aber besonders ist, ist die Atmosphäre. Wie in einem traditionellen Wiener Kaffeehaus“, hofft auch Wall-Strasser auf Bewerber. Denn mit sechs Gasthäusern und fünf Imbissbuden tut sich was in „Galli“. Und der neue Wirt der Gusenhalle sperrt auch mit 1. April auf.

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